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3 Tipps für kinderfreundlich eingerichtete Küchen

Das Familienleben spielt sich oft vor allem in der Küche ab. Hier wird gegessen, gekocht und aufgeräumt – Tag für Tag. Damit vor allem Kleinkinder und jüngere Kinder im Schulalter beim Kochen beteiligen können, haben wir Tipps für eine kinderfreundlich eingerichtete Küche gesammelt.

Tipp #1: Sicherheit geht vor

Es ist im Grunde selbstverständlich, dass spitze, heiße und elektrische Dinge nichts in Kinderhänden verloren haben – zumindest nicht ohne Aufsicht. Zu einer grundsätzlich kindersicheren Küche gehören die folgenden Punkte:

  • Steckdosensicherungen bei allen Steckdosen in Kinderreichweite
  • Messer in sicherer Höhe anbringen beziehungsweise in Schubladen mit Kindersicherung verstauen
  • Putzmittel, Geschirrspülreiniger usw. in abschließbaren oder gesicherten Schränken aufbewahren
  • Elektrische Geräte auf der Arbeitsfläche ausstecken beziehungsweise sicher aufgeräumt wegstellen
  • Heißwasserbegrenzung für den Wasserhahn am Spülbecken installieren, um Verbrühungen zu vermeiden
  • Schränke in Kinderhöhe mit Kindersicherungen versehen

Kein rennen, toben und fangen spielen in der Küche! Gerade hier ist der Boden schnell durch Fett oder verschüttete Flüssigkeiten rutschig. Außerdem sind gerade Kinder auf Hüfthöhe schwer zu umgehen, wenn es in der Küche beim Kochen gerade hoch her geht. Zur Sicherheit für alle kann es sinnvoll sein, etwa beim Herumtragen eines vollen Nudeltopfs mit kochendem Wasser die Kinder kurz aus der Küche herauszuschicken.

Arbeitsplatten lassen sich auch mit variablen Höhen installieren. (Foto: Team7)

Tipp #2: Ergonomische Höhen einplanen

Die ergonomische Küche orientiert sich ja an den Größen der Menschen, die sie überwiegend benutzen. Im Mittel sind die Küchenarbeitsflächen deshalb um die 90cm hoch. Für jüngere Kinder ist das eine oft eine unerreichbare Höhe. Selbst mit Hockern ist es schwierig, in Töpfe zu schauen und dort tatkräftig mit zu rühren.

Deshalb gilt hier:

  1. Arbeitsfläche niedriger setzen oder
  2. Sitzhilfen und Erhöhungen nutzen.

Teils ist auch beides nötig, um Kindern den Zugang zum Kochen zu erleichtern. 

Im besten Fall wird bereits bei der Küchenplanung darauf geachtet, unterschiedliche Arbeitshöhen einzusetzen. Die Kochfläche, das Spülbecken und einige Arbeitsflächenabschnitte eignen sich dafür, niedriger angesetzt zu werden. Dann können Eltern und Kinder gemeinsam schneiden und rühren.

Ausziehbare Arbeitsflächen in niedriger Höhe wirken wie zusätzliche Schubladen, bieten aber einen praktischen versteckten Arbeitsplatz. Der lässt sich bei aufwendigen Schnippelarbeiten auch gut als Sitzplatz für Erwachsene nutzen!

Hocker, rollende Tritthocker und kleine Klappleitern erleichtern kleineren Kindern den Blick auf die Arbeitsfläche. Bei rollenden Tritthockern sollte darauf geachtet werden, dass bei Belastung die Räder blockieren. Dann rollt der Hocker beim gemeinsamen Kochen nicht unbeabsichtigt davon.

Eleganter und praktischer sind versenkbare Trittstufen, die sich in der Sockelleiste verstecken lassen. Bei Bedarf werden sie ausgezogen oder ausgeklappt. Sie bieten sich auch bei kleineren Erwachsenen an, die Unterstützung beim Erreichen der obersten Hängeschrankregale benötigen.

Tipp #3: Spielräume bieten

So schön das gemeinsame Kochen auch ist: Vor allem Kleinkinder verlieren an den teils langen Prozessen schnell das Interesse. Trotzdem sind sie gern dort, wo sich die Eltern aufhalten.

Ist genug Platz vorhanden, kann in einem Bereich außerhalb der kritischen Laufwege zwischen Herd, Backofen und Spüle ein Spielbereich eingeplant werden. Kinderküchen, Malecken, Kreide- oder Magnettafeln bieten sich dafür an. Echte Küchengeräte wie Pfannenwender oder Rührbesen, Aufbewahrungsboxen oder Schüsseln werden erfahrungsgemäß immer den so liebevoll hergestellten Spielzeugimitaten vorgezogen. Ist der Platz dafür vorhanden, lässt sich mit einem Schubfach voller ausrangierter Küchenhelfer die Aufmerksamkeit der Kinder fesseln, während die Eltern sich mit dem eigentlichen Kochen beschäftigen.

Gern genutzt sind auch niedrige Sitznischen, die die Kücheninsel ergänzen. Dort wird gelesen oder gemalt, es bietet Platz für Hausaufgaben oder den Austausch zwischen Eltern und größeren Kindern, die nicht mehr jeden Handgriff in der Küche mit verfolgen möchten.

Fazit

Eine für alle Familienmitglieder gedachte Küche erleichtert das gemeinsame Kochen ungemein. Dabei muss einerseits auf den Schutz der mitkochenden Kinder vor Verbrennungen, Messern und Putzmitteln gewährleistet sein. Auf der anderen Seite gelingt das gemeinschaftliche Kochen in der Familie nur, wenn Kinder Zugang zu Arbeitsflächen haben und sich aktiv einbringen können.

Coverfoto: teksomolika, Adobe Stock