5 Wohnzimmer-Farbkonzepte, die Sie kennen sollten

5 Wohnzimmer-Farbkonzepte, die Sie kennen sollten

Gut 70 Prozent unserer Sinneswahrnehmungen erreichen uns über die Augen. Deshalb ist es keine große Überraschung, dass uns Farben auf einer tieferreichenden Ebene ansprechen. Ob ein Raum gemütlich wirkt oder kalt, groß und luftig oder klein und zugestellt – die ausgewählten Farben haben darauf großen Einfluss. Wir haben fünf Farbkonzepte zusammengestellt, die Sie für Ihre Wohnraumgestaltung kennen sollten!

Farbkonzepte ganz grundsätzlich

Wohnzimmer lebten lang davon, dass die Wände weiß und der Boden möglichst neutral gestaltet wurde. Farbige Akzente setzten vor allem die Möbel, teils in erdrückendem „Eiche rustikal“-Stil, teils mit mehr oder minder aufeinander abgestimmten Farbnuancen.

Dabei geht das deutlich schöner – und stimmiger. Zugleich gilt immer das Folgende als Grundannahme. 

In kleinen Räumen:

  • dunkle, kühle Farbtöne für mehr Tiefenwirkung, der Raum erscheint größer
  • möglichst einheitliche Farbgestaltung – vom Boden über die Wände bis hin zu Fußleisten und Türrahmen

In großen Räumen dagegen:

  • gemütlichere Atmosphäre durch warme Farbtöne, der Raum erscheint begrenzter und kleiner
  • Zugewinn an optischer Tiefe, wenn einzelne Wohnbereiche farblich abgesetzt werden

Für die Farbkonzepte ist die Gesamtwirkung entscheidend. Möbel, Wandfarbe, Bodenbelag und weitere Textilien erzeugen gemeinsam die erhoffte Raumwirkung. Es genügt also nicht, sich ausschließlich auf die Wände – oder die Möbelfarbe – zu konzentrieren!

(Foto: Europa Möbel-Verbund)

#1: Schwarz-weiße Klarheit

Minimalisten und Puristen lieben die Klarheit aus schwarz-weißen Kontrasten. Helle Böden, Wände und Decken treffen hier auf dunkle Möbel. Schwarz, ein dunkles Schwarzbraun oder Anthrazit werden bevorzugt gewählt. Sehr dunkle Erdtöne und natürliche Materialien wie Holz, Stein und Leder lassen Ihr Wohnzimmer gemütlicher wirken. Für den cleanen, absolut minimalistischen Look können es dagegen glänzende Oberflächen wie Stahl und Glas sein, die die schwarz-weiße Klarheit unterstreichen.

Vor dunklen Wänden strahlend weiße Möbel zu stellen, kommt zwar seltener vor, ist aber durchaus auch möglich. Zusammen mit wenigen gesetzten Akzenten in weiß – Bordüren, einheitliche Bilderrahmen oder wenige, gut verteilte schwebende weiße Regale an den Wänden – zeigen: Auch schwarze oder anthrazitfarbene Wände schaffen gemeinsam mit weißen Möbeln ein wohnliches Ambiente!

#2: Kontrastreiche Akzente 

Das knallbunte Sofa im ansonsten Ton-in-Ton gestaltetem Wohnraum oder der ganz in Schwarz gehaltene Esstisch im ansonsten fröhlich dekorierten Raum: Beides polarisiert. Starke Kontraste lassen sich meist umsetzen, ohne den kompletten Raum zu modernisieren. Es genügt schon, einzelne Möbelstücke oder Polster auszutauschen.   

In der klassischen Farbenlehre erscheinen Komplementärfarben besonders wirkungsvoll: Rot mit Grün, Blau mit Orange, Gelb mit Violett. In abgetönten, sachteren Formen fallen die Kontraste weicher aus. Je kräftiger die Farben, desto stärker wirken die Kontraste und lenken die Blicke im Wohnzimmer.

Wichtig: Eine gute Mischung ist für eine harmonische Gestaltung wichtig. Sind die Kontrastfarben hälftig vertreten, wirkt der Raum leicht unruhig. Ruhiger und ausgeglichener wird es, wenn eine Farbe dominiert und die andere als Akzent wirkungsvoll platziert wird. Klassisch im Wohnzimmer sind das Accessoires für das Sofa, wie Decken und Kissen oder Gardinen, Vorhänge und kleinere Teppiche.

#3: Ton-in-Ton-Farbarrangements

Ein Traum in Beige, Gelb oder Grün, vom Sofa bis zur Wandfarbe? Ton-in-Ton-Gestaltungen sind im Trend. Der Trick für eine harmonische Gestaltung liegt in der Wahl von abgestuften Farbtönen. 

Ist etwa ein sonniges Gelb die Lieblingsfarbe, dann erstrahlt das Wohnzimmer am besten in sanften Gelbtönen, kräftigem Sonnengelb und zarten hellgelben Akzenten. Der Bodenbelag kann neutral ausfallen, in hellen Holz- oder Steinfarben. 

Zentrale Raumbestandteile wie das Sofa oder der Lieblingslesesessel sind bei Ton-in-Ton-Konzepten im besten Falle diejenigen mit der knalligen Farbe. Auch Teppiche oder Vorhänge können kräftiger in der Farbgestaltung ausfallen.

Wichtig: Dunkle, kühle Töne lassen den Raum trotz aller wohnlicher Accessoires kalt wirken. Wenn das nicht bewusst einkalkuliert wird, eignen sich dunkle Farben mit roten oder braunen Untertönen besser, um eine Wärme ausstrahlende Atmosphäre zu schaffen.

Helle blau- und grünstichige Töne wirken durchaus auch kühl, hinterlassen aber einen eher luftigen Eindruck. Wenn Sie Ihr größeres Wohnzimmer renovieren und auf einen luftigen Eindruck abzielen, sind zarte und helle Farben wie Hellblau, Hellgrün oder ein leicht blaustichiges Beige eine gute Wahl!

(Foto: Europa Möbel-Verbund)

#4: Erd- und Naturtöne

Waldgrün, Tannengrün, sanfte Brauntöne oder erdige Sandnuancen sind Vertreter der naturnahen Farbkonzepte. Wie eine kuschelige Höhe oder eine Waldlichtung trifft das Auge auf durchweg sanfte natürliche Farben. Reines Weiß und Signalfarben wie reines Rot oder Blau kommen hier nur in Form weniger, ausgewählter Akzente vor. 

Wichtig: Natürliche Materialien, Massivholzmöbel und eine eher weiche, runde Gestaltung unterstreichen und verstärken das Farbkonzept. Eine gute Wahl sind Wolle, Leder, Leinen und Seide für Textilien und Polster. Die Holzmöbel sollten statt foliert oder furniert zu sein, besser ausschließlich mit Wachs oder Öl behandelt sein. Auf diese Weise tragen die Möbel zusätzlich zu einem besseren Luftklima bei, indem sie die Feuchtigkeit im Raum regulieren.

Pflanzen sind bei diesem Farbkonzept nahezu unverzichtbar. Leuchtende Blüten oder auffallende Blattfarben setzen farbenprächtige Akzente innerhalb der natürlichen Farbpalette.

#5: Boho-Regenbogenbunt

Bei Wohnzimmer im Bohème-Stil (kurz Boho Chic) geht es wild und bunt zu. Neben einer oder zwei Grundfarben sind die Farbkonzepte hier vor allem gemixt. Kräftige Farben und Muster lassen Orientteppiche, Sofas und Textilien aller Art erstrahlen. Als unkonventionelles Farbkonzept darf hier zum Einsatz kommen, was gefällt. 

Wichtig: Selbstgemachtes, unperfektes passt perfekt zum Boho Chic. Erbstücke im leicht lädierten Zustand, Vintage-Möbel und allerhand farbenfrohe Accessoires sind ideal. Als zusammengewürfelter Stilmix wirkt das unter Umständen leicht unruhig in kleineren Räumen. Für harmonischere Grundtöne empfiehlt es sich dann, die Wände oder den Boden in eher gedeckten Farben zu gestalten. Abgetöntes Weiß oder Grau eignen sich gut. Je größer aber der Raum, desto mehr kann sich der Boho Chic entfalten.

Fazit

Bei der Neugestaltung Ihres Wohnzimmers lohnt es sich, kurz über das bevorzugte Farbkonzept nachzudenken. Vorhandene Möbel oder Accessoires können dabei in die Planung mit einfließen – genauso wie persönliche Lieblingsfarben. Das Farbkonzept gibt dem schlicht einen äußeren Rahmen, mit dem sich dann insgesamt viel leichter weiter planen lässt.