Dachschrägenzimmer geschickt einrichten

Dachschrägenzimmer geschickt einrichten

Schräge Wände und wenig Stellraum, dafür ein Ausblick durchs Dachfenster: Die Zimmer unterm Dach sind nicht immer beliebt. Schade eigentlich, denn geschickt eingerichtet bieten sie reichlich Potenzial dazu, das schönste Zimmer im ganzen Haus zu werden! Wie das gelingen kann, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag zeigen.

Dachzimmer ist nicht gleich Dachzimmer

Dabei ist Dachzimmer aber nicht gleich Dachzimmer. Es gibt sie mit vollständiger Schräge und offenem Dach, bei dem rustikale Balken erkennbar bleiben. Diese Räume unterm Dach wirken ganz von allein weit offen und luftig, sind aber deutlich schwieriger einzurichten. Stellwände für Regale oder Schränke gibt es dort meist nur an der Giebelwand.

Als Kniestock, Drempel oder Trempel wird dagegen die Außenwand bezeichnet, die unter der Dachschräge ansetzt. Zwischen 40 bis 80 Zentimetern sollte sie mindestens betragen, damit Couch, Kommode oder Lowboard an der Wand platziert werden können. Für Kinderzimmer wird meist ein niedrigerer Kniestock vorgeschlagen, schließlich sind Kinder kleiner und können auch unter Dachschrägen relativ bequem spielen, sitzen und arbeiten.

Hinweis: Wird das Dachschrägenzimmer erst ausgebaut? Dann sollte die langfristige Nutzung eine wichtige Rolle spielen. Kinder wachsen und benötigen irgendwann exakt den gleichen Raumhöhen-Komfort wie Erwachsene – bis sie schließlich ausziehen. Ein höherer Kniestock reduziert zwar etwas die bequem verwendbare Wohnfläche, ist dafür aber universeller nutzbar.

Mut zu dunklen Wänden: Der Farbkontrast zwischen der strahlend weißen Schräge und der Wand macht diese Einrichtung so interessant. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Farb- und Wandgestaltung

Zimmer mit Dachschrägen neigen dazu, eher klein auszufallen. Dann sind helle, luftige Farbtöne an der Wand eine gute Idee. Der Raum wirkt heller und offener. Ist die Raumhöhe zusätzlich eher niedriger als normal, kann Farbe auch hier Wunder wirken. Helle Grau- und pastellige Blautöne öffnen den Raum optisch und erschaffen die Illusion eines normalhohen Raumes mit 2,40 Meter Höhe. 

Ist das Dachzimmer doch etwas größer? Dann sind kontrastreich gestrichene Wände nicht nur erlaubt, sondern im Grunde sogar notwendig! Die Giebelseiten eignen sich meist besser für eine dunklere Kontrastfarbe, die perfekte Platzierung hängt aber sehr vom eigentlichen Schnitt des Raumes ab.

Extra-Tipp: Besonders harmonisch wirkt der Raum dann, wenn sich die Deckenfarbe auch in den Dachschrägenflächen und den Sockelleisten wiederfindet.

Lichtkonzept

Dachräume benötigen in der Regel deutlich mehr Beleuchtung als andere Räume. Denn Dachfenster sind rar, nur selten wird die eigentlich erforderliche Fensterfläche erreicht. 

Deshalb gilt für Räume im Dachgeschoss:

  • Hängeleuchten und Deckenfluter reduzieren optisch die Raumhöhe und eignen sich daher weniger.
  • Funktionsleuchten wie Spots und Möbelleuchten schaffen pointierte Lichtinseln und scheinen den Raum zu erweitern.
  • Standleuchten bieten gedämpften Lichtschein und Flexibilität beim Aufstellort.

Generell sind Lichtkonzepte für die gemütliche Wohnraumgestaltung wichtig, aber besonders in Dachräumen zeigt sich anhand geschickt gesetzter Leuchten, wie viel sich mit Licht und Schatten gestalten lässt. Düstere kleine Räume erstrahlen, unaufgeräumte Nischen versinken dafür im Schatten.

Stauraum im Dachzimmer

Im Grunde steht und fällt alles mit dem Schnitt des Dachzimmers. Hilfreich sind diese generellen Tipps trotzdem: 

  • Niedrige Möbel wählen, um die vorhandene Raumhöhe zu betonen.
  • Geschlossene Möbel möglichst an der Giebelwand oder mittig im Zimmer einsetzen.
  • Insgesamt auf helle Möbel mit klaren Linien setzen.
  • Offene Regale, Boards oder niedrige Kommoden am Kniestock entlang aufstellen.
  • Kisten und Kästen für Nischen und sehr niedrigen/fehlenden Kniestock einsetzen.
  • Die Raumhöhe in der Mitte ausnutzen!

Gerade in Spiel- und Kinderzimmern bieten sich Dachbalken geradezu an, um sich mithilfe von Haken oder Regalbrettern zusätzlichen Platz zu verschaffen.

Wird das Dachgeschoss erst noch ausgebaut, dann sollten Sie einen versteckten Schrank einplanen. Mittels Laufschienen und Schiebetüren lässt sich der Platz hinter dem Kniestock deutlich besser nutzen, wenn die Außenwand an der Stelle nicht komplett geschlossen wird. Gleichzeitig wirkt der Hauptwohnraum aufgeräumt, solange überzählige Einrichtungsgegenstände, Kästen und Kisten im Einbauschrank verstaut sind.

Mit maßgefertigten Möbeln wie diesem Kleiderschrank können Sie Schrägen bis in den kleinsten Winkel geschickt nutzen. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Ideen für verschiedene Räume

Wie gut sich Dachschrägen in das Wohnraumkonzept einfügen, hängt sehr von der individuellen Nutzung ab.

Wohnzimmer:

  • Weniger ist mehr: Reduzierte Möbel und Dekoration nur in Maßen einsetzen.
  • Helle Möbel mit klaren Kanten.
  • Wenige, gezielte Akzente in dunkleren Farben – auch in großen Dachzimmern.
  • Sofa und Sessel unter der Dachschräge platzieren; Tische mit Sitzgelegenheiten eher mittig im Raum aufstellen.

Soll ein Arbeitsbereich mit Schreibtisch im Dachzimmer integriert werden? Dann probieren Sie folgendes: Mittels Schiebetüren lässt sich je nach Raumgrundriss eventuell ein Teil des Kniestocks samt Dachschräge zu einer Art Nischen-Büro abtrennen. Der Platzverbrauch ist minimal, der Arbeitsbereich dafür sehr geschickt hinter Türen verborgen.

Schlafzimmer

  • Bett unter die Dachschräge.
  • Laufwege auf die Bettseiten beschränken.
  • Bett optisch mit Läufern, Teppichen oder dekorativen Vorhängen in den Raummittelpunkt rücken.

Ein Bett unterm Dachfenster kann seine Vorteile haben. Aber: Ist das Dachfenster nicht ausreichend isoliert oder mit einer automatischen Sonnenblende versehen, heizen sich Dachräume schnell auf. Steht das Bett mit dunkler Bettwäsche genau im Dachfensterbereich, wird die Wärme zusätzlich gespeichert. Zudem kann es im Sommer unangenehm früh hell werden.

Badezimmer

  • Bei hohem Kniestock Dusche unter die Dachschräge.
  • Bei niedrigerem Kniestock Badewanne unter die Schräge.
  • Laufwege und Waschbeckenzugänge eher im Bereich der normalen Raumhöhe einplanen.

Hingucker sind übrigens Badewannen und Duschen direkt unterm Dachfenster. So kann im Schein des Sonnenauf- oder -untergangs geduscht werden. Oder es wird im Sternenlicht bei gedimmter Badezimmerbeleuchtung gebadet.

Lesen Sie dazu auch: „Badezimmer perfekt einrichten: Tipps zur Planung“

Kinderzimmer

  • Niedrigen Kniestock nutzen und flache, schmalere Kojenbetten für jüngere Kinder einplanen.
  • Einbauschränke im Kniestock verwenden, um weiteren Stauraum für Spielzeuge und Co. zu erhalten.
  • Die Höhe nutzen und leichte Gegenstände an Dachbalken/Decke befestigen.

Spezielle Treppenregale unterstützen dabei, auch Nischen geschickt zu nutzen. Alternativ dienen sie als luftige Raumtrenner, die den Dachbereich in unterschiedliche Verwendungsbereiche aufteilen.

Fazit

Dachschrägen sind kein Hinderungsgrund, sich gemütlich und stilvoll einzurichten. Ganz im Gegenteil laden die unterschiedlichen Raumhöhen dazu ein, sich bewusst die verschiedenen Ansprüche einzelner Lebensbereiche anzuschauen. Ob Arbeitsraum oder Lesezimmer: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!