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Das Sofa als Raumteiler: So funktioniert es richtig!

Der typische Platz für ein Sofa ist oft der mit dem Rücken zur Wand. Das hat meist ganz praktische Vorzüge, lässt aber größere Räume schnell aussehen, als erwarte man regelmäßig größere Tanzveranstaltungen… Die leere Mitte im Raum ist oft nur verschenkter Platz. 

Dabei lässt sich mit etwas Geschick aus einem Sofa ein Raumtrenner zaubern, der wirkungsvoll den vorhandenen Platz im Zimmer ausnutzt – ohne dabei die Gemütlichkeit aus den Augen zu verlieren.

Vorteile eines Sofas als Raumtrenner

Das sind die Vorteile eines Sofas als Raumtrenner insbesondere für offen gestaltete Wohnbereiche aus Küche, Essecke und Wohnzimmer:

  1. kleine Kommunikationsinseln entstehen
  2. verschiedene Wohnbereiche sind klarer voneinander abgetrennt und leicht erkennbar
  3. gleichzeitig sind verschiedene Tätigkeiten in einem Raum machbar, ohne Störungen

Nachteilig wirkt sich diese Lösung aus, wenn klassische, wuchtig wirkende Polstermöbel integriert werden sollen: Sie lassen den Raum schnell kleiner und dunkler wirken. Hellere und eher niedrig angesetzte Couchen erhalten den offenen Raumcharakter eher.

Bei kleinen Zimmern und großem Platzbedarf leistet das Sofa als Raumtrenner seinen Anteil dabei, den Raum so optimal wie möglich zu nutzen. Die Mitte bleibt nicht länger leer, Sideboards oder Kommoden können auf der Sofa-Rückseite zusätzlichen Stauraum schaffen.

Anstatt die Sitzecke an der Wand zu platzieren, kann sie einen größeren Raum aufteilen und so mehr Gemütlichkeit und Struktur bringen. (Foto: Annie Spratt, Unsplash)

Die Position im Raum

Passt das Sofa als Raumtrenner in das Wohnzimmer? Dafür sollten zuerst diese Punkte geklärt sein: 

  • Welche Wohnbereiche sollen voneinander abgegrenzt werden? Offene Wohnbereiche aus Ess- und Wohnzimmer lassen sich mit einem Sofa als Raumteiler zu kleineren, gemütlich wirkenden Kommunikationsinseln gestalten. Auch offene Küchen lassen sich so besser vom eigentlichen Wohnbereich loslösen.
  • Woher kommt das Licht? Passende Stehlampen oder kleinere Leuchten sorgen für stimmiges Licht, wenn das Tageslicht allein nicht mehr ausreicht. Dient das Sofa im Raum vor allem als Leseecke oder Aufenthaltsort am Abend, sind zusätzliche Lichtquellen besonders wichtig. Bei im Raum platzierten Sofas stellt sich spätestens dann die Frage nach einer geeigneten Stromversorgung und der Verlegung der Stromkabel. Unter Teppichen lassen sie sich die Kabel gut verbergen. Bedenken Sie hier nur, dass die ohne zusätzlichen Schutz beschädigt werden können. Ist alles fertig, wird dieser Teil des Zimmers durch die Kombination aus passendem Teppich und dem Sofa zur gemütlichen „Insel“.
  • Welche Laufwege sollten beachtet werden? Ganz praktisch sollten Laufwege immer frei bleiben. Typisch sind etwa Wege zwischen Terrassentür und Küchenbereich oder zwischen zwei Türen im Durchgangszimmer. Sofas sollten immer so gestellt sein, dass diese Pfade frei bleiben!

Die Rückseite des Sofas fungiert bei einer Raumtrenner-Lösung als Wandersatz. Zeigt die Sofarückseite im offenen Wohn- und Essbereich in Richtung der Küche, öffnet sich der Aufenthaltsbereich in die entgegengesetzte Richtung. Sollen Personen in der Küche dagegen immer mit einbezogen werden? Dann sollte das Sofa zumindest teilweise mit der Sitzfläche auch in Richtung Küche zeigen.

Kleinere Sitzgruppe aus 2- und 3-Sitzern sowie Sesseln sollten Sie zentral um ein niedrigeres Element wie Beistelltische gruppieren. Auch Teppiche oder farbig abgesetzte Auslegeware unterstützt die Wirkung eines abgeschlossenen Bereichs im offenen Raum.

Hinter dem Sofa könnte man in diesem Fall flache Regale für mehr Stauraum im Wohnzimmer platzieren. (Foto: Justin Schuler, Unsplash)

Raumteiler mit Stauraum-Lösungen

Gemeinsam mit einem offenen Regal oder einem Sideboard auf der Sofa-Rückseite entsteht umfassender Platz für Bücher oder Aufbewahrungskisten. Drei Lösungen sind hier zu unterscheiden.

  1. Sind Sofa und Sideboard auf gleicher Höhe, bilden sie eine optische Einheit, der Raum bleibt übersichtlich und wirkt offen.
  2. Hoch aufragende oder sogar raumhohe Regalsysteme hinter dem Sofa dominieren den Raum und verstärken die Trennung zwischen verschiedenen Wohnbereichen.
  3. Ist das Sideboard deutlich niedriger als das Polstermöbel, bieten sich zusätzliche Pflanzen oder Dekorationen an, um die optische Wirkung des Raumtrenners zu unterstützen.

Offene Regale ohne Rückwand wirken schnell unaufgeräumt, wenn die Regalfächer vollständig ausgenutzt werden. Im Sichtbereich oberhalb des Sofas sind deshalb vereinzelte Erinnerungsstücke gut aufgehoben, während unterhalb des Sichtbereichs Aufbewahrungsboxen für den Stauraum sorgen.

Kombinierter Wohn- und Arbeitsbereich

Manchmal ist es nötig, den Arbeitsbereich in den Wohnbereich zu integrieren. Dann kann der Schreibtisch ebenso wie etwa ein Sideboard seinen Platz hinter dem Sofa finden. Im besten Falle hat der am Schreibtisch Sitzende dabei keine Türen  im Rücken. 

Die optische Aufteilung von Arbeits- und Wohnbereich gelingt Ihnen beim klassischen 2- bis 3-Sitzer wahrscheinlich besser, als bei der Kombination aus mehreren Sofas und Sesseln, die teilweise mit der Sitzfläche in Richtung Schreibtisch ausgerichtet sind. Wägen Sie genau ab, welche Bedürfnisse an den nutzbaren Raum überwiegen: 

  • Bei gelegentlichen Arbeiten und überwiegend privater Nutzung ist es sinnvoll, vor allem den Sitzbereich bequem und gemütlich zu gestalten.
  • Bei häufiger oder überwiegender beruflicher Nutzung ist ein möglichst ablenkungsfreies Arbeiten wichtig und der Fokus der Polstermöbel sollte vom Schreibtisch weg zeigen.

Fazit

Oft wird Platz im Raum verschenkt, weil Sofas traditionell an die Wand oder über Eck gestellt werden. Werden sie stattdessen gleich als Raumtrenner eingeplant, lässt sich Stauraum und Gemütlichkeit gewinnen. Kleine Kommunikationsinseln entstehen und offene Wohnbereiche wirken gemütlicher.