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Die ersten Schritte zur neuen Küche

Sie sind in der glücklichen Lage, eine neue Küche von Grund auf planen zu können? Das ist ganz wunderbar, denn in diesem Fall haben Sie etliche Freiheiten. Zugleich haben Sie viele Fragen im Kopf: Wie platziere ich die Küchenschränke, Arbeitsplatten und Geräte? Was ist ergonomisch und praktisch? Woran werde ich auch noch in vielen Jahren Freude haben?

Drei Faktoren spielen eine wesentliche Rolle:

  • Welchen Platz Sie zur Verfügung haben.
  • Ihre persönlichen Eckdaten wie Ihr Geschmack oder auch Ihre Lebenssituation.
  • Und last but not least: Das Budget für die neue Küche.

Auf alle diese Punkte (und einige mehr) gehen wir in diesem Ratgeber ein. Hinterher haben Sie eine viel bessere Vorstellung davon, wie Sie an die Planung herangehen sollten und was eigentlich in Ihrem ganz individuellen Fall alles möglich ist.

Dann legen wir mal los!

Küchenplanung
Eine gute Planung ist gerade auch für die neue Küche enorm wichtig. Dabei messen Sie den Raum zunächst komplett aus. (Foto: lagom, Adobe Stock)

Der Platz für die neue Traumküche

Die erste Grundlage für ihre nagelneue Küche ist der Platz, den Sie zur Verfügung haben. Das meint:

  • Wie groß ist der Raum?
  • Welche Form hat der Raum (quadratisch, rechteckig, offen oder geschlossen).
  • Wo sind Anschlüsse für Wasser, Strom, Gas?
  • Und natürlich die Standards: Wo sind Fenster, Heizkörper, Türen?

Wenn es um die Anschlüsse geht, sind Sie bei einem Neubau am ehesten flexibel und entsprechend sollten Sie schon bei der Planung des neuen Hauses oder der neuen Wohnung daran denken. Kommen Sie gern frühzeitig auf uns zu, damit gleich an alles gedacht ist – selbst wenn der eigentliche Einzug noch gar nicht so bald ansteht. In diesem Fall können wir gemeinsam mit Ihnen die perfekte Lösung finden und dafür sorgen, dass der Einbau später reibungslos klappt. Hier können Sie einen Beratungstermin vereinbaren.

Alle anderen Interessenten werden in der Regel damit leben müssen, wo diese Anschlüsse jetzt sind. Denn die lassen sich zwar verlegen, aber das geht nur begrenzt und kann zudem durchaus teuer werden. Dieses Geld wollen Sie vielleicht lieber in hochwertige Schränke, Materialien und Geräte investieren.

Denken Sie auch daran, dass manche Geräte wie ein Elektroherd einen speziellen Stromanschluss benötigen. Oder vielleicht möchten Sie eine Gefrier- und Kühlkombination mit Eiswürfelzubereiter kaufen, der dann eventuell einen Wasseranschluss braucht. Auch die Abluft aus einer Dunstabzugshaube sollte einen Weg nach draußen haben.

Der Raum selbst bestimmt wiederum mit, welche Küchenformen sinnvoll und möglich sind. In einer kleinen, länglichen, geschlossenen Küche werden Sie anders planen als in einem großen, quadratischen Raum, der zudem auf einer Seite offen zum Wohn- oder Esszimmer ist.

Auf verschiedene Küchenarten gehen wir weiter unten noch ein!

Den Raum richtig vermessen

Damit Sie keine Überraschungen erleben, wenn die Küche angeliefert und eingebaut wird, ist ein korrektes Aufmaß des Raumes enorm wichtig. Hier geht es nicht nur um die Länge und Breite der Küche. Sie sollten ebenfalls die Winkel der Wände zueinander und die Raumhöhe festhalten. Darüber hinaus halten Profis die Maße der Türen und Fenster fest sowie deren exakte Position in der Wand. Sehr wichtig sind die schon erwähnten Anschlüsse für Strom, Gas und Wasser sowie die Lage der Abluftöffnung für die Dunstabzugshaube.

Vermessen Sie die Küche eines Altbaus, gehen Sie davon aus, dass Wände, Decke und Boden schief und krumm sind. Entsprechend reicht es z.B. nicht, die Raumhöhe an einer einzigen Stelle festzuhalten.

Gehen Sie außerdem davon aus, dass Sie niemals zu viele Steckdosen haben können! Planen Sie das entsprechend bei der Gestaltung des Raumes ein.

Feier in der Küche
Wie Ihre neue Küche aussieht, hängt auch ganz davon ab, wie Sie sie nutzen möchten. Wer häufig Gäste einlädt, wird hier anders planen. (Foto: Lightfield Studios, Adobe Stock)

Die eigenen Bedürfnisse festhalten

Machen Sie sich außerdem ganz konkret Gedanken darüber, was Sie von der neuen Küche erwarten. Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht? Woran hat es andernorts gefehlt? Was hat Ihnen gut gefallen? Alle diese Punkte spielen eine sehr wichtige Rolle.

Hinzu kommt natürlich Ihre persönliche Lebenssituation. Singles, Paare und Familien haben jeweils andere Ansprüche an eine Küche. Machen Sie sich klar, wie viel Stauraum Sie benötigen und wofür. Wie viel Platz Sie für Geräte und Arbeitsbereiche brauchen werden.

Darüber hinaus sind Küchen heute nicht zwingend nur zum Kochen und Backen da. Stichwort: Wohnküche. Wer hat es nicht schon erlebt, dass sich eine Party plötzlich vor allem in der Küche abspielt? Wer den Platz hat oder eine offene Raumgestaltung anstrebt, kann die Küche zu einem zentralen Ort im Leben und im Haus werden lassen.

Lassen Sie sich inspirieren von Beispielen, die zu Ihrer Raum- und Platzsituation (und dem geplanten Budget) passen. Es gibt etliche Möglichkeiten, selbst kleine Küchen ganz individuell zu gestalten.

Küchenarten und -formen

Schauen wir uns einige grundsätzliche Möglichkeiten an. So sind bei Küchen die U- oder L-Form sehr verbreitet. Gemeint ist damit, wie die Küche in einer Planungszeichnung aussieht – also von oben betrachtet. Bei der L-Form erstreckt sich die Küche also über zwei Wände, bei der U-Form entsprechend über drei Wände. Haben Sie wenig Platz, kommt eine Küchenzeile in Frage. In einem eigenen Beitrag haben wir noch mehr Informationen dazu, wie Sie das richtige Küchenlayout finden.

Beliebt sind Kücheninseln: Hier haben Sie ein Element in der Mitte des Raumes, das sich für verschiedenste Zwecke nutzen lässt. Es bietet sich als zusätzlicher Stauraum an, als Arbeitsfläche oder auch, um es sich beim Zubereiten der Speisen oder nach dem Aufräumen ein wenig bequem zu machen. Sofern sich die Anschlüsse entsprechend legen lassen, kann hier auch die Spüle oder das Kochfeld einen Platz finden!

Paar bereiten Speisen zu in der Küche
Ergonomie ist wichtig, damit die Küche dauerhaft Freude macht. Dabei ist es wichtig, den richtigen Kompromiss für alle zu finden. Die Höhe der Arbeitsplatten ist ein wichtiges Beispiel. (Foto: Syda Productions, Adobe Stock)

Ergonomie: Damit die Küche dauerhaft Spaß macht

Experten bezeichnen Spüle, Herd und Kühlschrank bisweilen als das „Küchendreieck“. Oftmals wird die Spüle am meisten genutzt. Und von dort sollten sowohl Herd als auch Kühlschrank leicht erreichbar sein. Zugleich darf dieses Dreieck nicht zu groß oder zu klein sein. Misst man alle Seiten des „Küchendreiecks“, sollte die Summe mindestens 3,00 Meter ergeben, aber nicht mehr als 7,50 Meter. Plant man es zu klein, steht man sich bei Vor- und Zubereiten der Speisen gegenseitig im Weg. Plant man es zu groß, werden die Wege lang und anstrengend.

Ein weiterer Punkt ist die Höhe der Arbeitsbereiche. Die sollten sich an der Person orientieren, die in der Küche vor allem den Hut aufhaben wird.

In einem eigenen Beitrag erfahren Sie noch viel mehr darüber, wie Sie bei der Küchenplanung an die Ergonomie denken können. Das ist wichtig: Es entscheidet ganz wesentlich darüber mit, wie viel Freude Sie an Ihrer neuen Küche haben.

Denken Sie bei der Planung auch daran, so viel Arbeitsfläche wie möglich einzuplanen. Denn was anfangs vielleicht noch üppig erscheint, wird durch zusätzliche Geräte wie Wasserkocher und Toaster sowie andere Elemente wie Messerblock und Schneidbretthalter schnell spürbar kleiner. Damit die Küche Spaß macht, braucht man Platz. Sofern möglich, kann hier die oben bereits erwähnte Kücheninsel weiterhelfen.

Die Küche und ihre Zonen

Eine weitere Hilfe bei der Küchenplanung: Teilen Sie den Raum in Zonen ein:

  • Bevorratung: Wo finden sich Lebensmittel außerhalb des Kühlschranks?
  • Aufbewahrung: Wo haben Geschirr, Töpfe und Pfannen oder auch seltener genutzte Elektrogeräte Ihren Platz?
  • Spülen: Wo werden Obst und Gemüse gewaschen oder auch mal die eine Schüssel oder der eine Topf?
  • Vorbereitung: Wo präparieren Sie Zutaten?
  • Kochen und Backen: Wo geht es denn letztlich zur Sache?

Wo diese Zonen in der Küche platziert sind und wie groß sie sind, hängt wieder von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab und was Sie normalerweise zubereiten. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass sich eine logische Abfolge und Zuordnung ergibt. Schneidbretter sind also dort zu finden, wo Sie Zutaten vorbereiten. Der Mülleimer sollte von dort und von der Spüle aus gut erreichbar sein. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Spielen Sie das Szenario einmal in Ihrem Kopf durch: Müssen Sie viel hin- und herlaufen oder ist alles am richtigen Platz?

Tipps zur richtigen Beleuchtung

Neben genug Platz, wollen Sie auch sehen, was Sie tun – gerade wenn Sie mit Messern hantieren. Entsprechend sollte die Beleuchtung von Anfang an eine Rolle spielen. Es gibt drei wesentliche Lichtquellen:

  • Das natürliche Licht des Raumes, das durch Fenster hereinkommt.
  • Generelle Ausleuchtung des Raumes zum Beispiel durch das Deckenlicht.
  • Gezielte Beleuchtung für einzelne Küchenzonen wie Kochfeld, Spüle oder Arbeitsbereiche.

Denken Sie darüber hinaus an Lichtakzente, wenn die Arbeit geschafft ist. Das gilt natürlich ganz besonders für eine Wohnküche.

Familie in der Küche
Ihre neue Küche ist so individuell wie Sie. Und für alle gibt es passende Lösungen. (Foto: teksomolika, Adobe Stock)

Wie das Budget Ihre Küchenplanung beeinflusst

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die den Endpreis Ihrer neuen Traumküche beeinflusst. Dazu gehört schon die Grundform der Küche: Eine Küchenzeile oder eine L-Form sind in der Regel günstiger zu haben als aufwändigere Varianten. Das Material der Schränke, Schubladen, Türen und Arbeitsplatten ist eine ganz wesentliche Stellschraube. Und am Ende des Tages entscheiden auch die Elektrogeräte wie Herd oder Spüle, wie hoch die Endsumme ausfällt.

An welcher Stelle Sie hier Einschnitte vornehmen wollen, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Eventuell ist Ihnen viel smart eingerichter Stauraum am wichtigsten. Dann werden Sie vielleicht beim Material der Schränke Abstriche machen. Oder das Design ist Ihr zentraler Punkt, dann können Sie eventuell auf Schränke oder Arbeitsbereiche verzichten.

In einem weiteren Beitrag erklären wir Ihnen, wo Sie bei einer neuen Küche sparen können und wo Sie es lieber nicht tun sollten.