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Die grüne Küche: 3 Tipps für Indoor-Gemüse- und Kräuterzucht

Moderne Küchen sind klar strukturiert, großzügig geplant – und bieten dabei jede Menge Platz für Grünes. Dekorative Pflanzen oder nützliche, essbare Kräuter und Stauden werden mit modernen Anbaumethoden in die Küche integriert. Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Wir haben 3 Tipps für die grüne Küche zusammengestellt.

Zwischen simplen Töpfen voller Erde und wahren Hightech-Pflanzkabinetten mit hohen Erträgen ist jede Menge Spielraum für den individuellen Einsatz. Entscheidend ist: Was soll die grüne Küche leisten? Wer nur gelegentlich einige frische Kräuterblättchen zur Hand haben will, kann in der Regel auf spezielle Pflanzanlagen verzichten. Wenn aber ganzjährig das selbstgezogene Gemüse auf den Tisch soll, dann sollte das Küchendesign auf den erhöhten Platzbedarf eingestellt sein.

Natürliches Licht, wie in diesem Fall direkt am Fenster, hilft vielen Pflanzen. Aber nicht jede mag direktes Sonnenlicht und auch für Küchen mit wenig Fensterflächen gibt es Lösungen. (Foto: Al Kawasa, Unsplash)

Tipp 1: Das Licht entscheidet!

Natürlich benötigen Pflanzen Licht – direkte Sonne ist aber nicht immer nötig. Im Winter ist das Tageslicht typischerweise kaum ausreichend, um echte Erträge bei Obst- und Gemüsepflanzen zu ermöglichen. Das hält Sie vielleicht davon ab, sich an den Indoor-Anbau von Kräutern und Gemüsesorten zu machen. Im Rahmen eines nachhaltigen Küchenkonzepts ist der Anbau von eigenen Vitaminlieferanten aber sinnvoll – und vor allem auch möglich!

Deshalb gibt es mittlerweile eine sehr gute Auswahl an passenden Pflanzenleuchten, die sich vollständig in die Küche integrieren – und für eine gesunde Pflanzenpracht sorgen:

  • Spezielle Leuchtstoffröhren bieten Beleuchtung auf größeren Strecken, etwa in dunkleren Nischen.
  • LED-Lampen mit auf Pflanzen abgestimmten Wellenbereichen simulieren das Tageslicht zur Hauptwachstumszeit – und sind deutlich stromsparender als vergleichbare Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren.

Ist die Küche mit großen Fenstern versehen, kann das natürliche Licht ausreichen:

  • Empfindlichere Pflanzen vertragen keine direkte Sonneneinstrahlung und stehen besser etwas geschützt seitlich versetzt neben den Fenstern.
  • Sonnenhungrige Kräuter oder Salatpflanzen nutzen den Platz direkt am Fenster dagegen perfekt.

Tipp 2: Den vorhandenen Platz effektiv ausnutzen!

Kücheninseln sind optimal, um Hängeregale mit Kräutern zu installieren. Eine zusätzliche geeignete Lichtquelle versorgt die schmackhaften Kräuter auch dann mit ausreichend Helligkeit, wenn die Kücheninseln zentral im Raum und damit weiter weg von den Fenstern steht.

Leere Wandflächen in Küchen können mit Elementen aus dem „vertical gardening“ optimal genutzt werden. Das heißt schlicht: Statt die Flächen mit Blumenkästen und Töpfen vollzustellen, werden Salate und Kräuter an der Wand hängend gezogen. Neben speziell dafür entwickelten Wandregal-Systemen gibt es auch verschiedene Hängeeinrichtungen, die mit Filz- oder Kunststoff-Taschen arbeiten. Dabei wird meist ein Substrat aus Kokosfasern oder Tonkügelchen verwendet. Denn nasse Erde kann Insekten anziehen – und neigt auch dazu, nach nasser Erde zu riechen. Substrate sind tendenziell leichter und geruchsneutral. Auch das Gießen wird so seltener nötig, denn die Substrate geben die Feuchtigkeit meist gut dosiert an die die durstigen Pflanzen ab, die Verdunstungsrate ist niedriger als bei Erdpflanzungen.

Bei entsprechender Beleuchtung sind ertragreiche vertikale Salatbeete, versetzt mit Erdbeeren, Knoblauch oder Zwiebeln an der Küchenwand möglich!

Bodenstandplätze vor und neben den Küchenschränken, möglichst in direkter Fenster- oder Lichtquellennähe sind ebenfalls geeignet. Vor allem dann, wenn wahlweise weder Kinder noch Haustiere an die Erde herankommen können. Pflanztreppen vervielfachen die Stellfläche, ohne mehr Raum zu belegen.

Kann das Fenster geschlossen bleiben? Dann sind auch Schienensysteme direkt am Fenster denkbar, die Kräuter oder Salatköpfe wachsen in Töpfen direkt an der Fensterscheibe. Rankende Pflanzen wie Erbsen und Bohnen können vom Boden in großen Töpfen nach oben gezogen werden. Meist genügt ein einfaches System aus Seilen, Stangen oder Ketten, die vom oberen Fensterrahmen nach unten zum Pflanzbehältnis reichen.

Selbst in Apartment-Küchen kann man hier und da ein Plätzchen für Kräuter & Co. finden. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Tipp 3: Die richtigen Pflanzen auswählen!

Obstbäume wachsen innerhalb von Häusern tatsächlich ziemlich schlecht. Es gibt aber durchaus einige Obstpflanzen – Erdbeeren beispielsweise, die die gleichmäßige Temperatur und eine sichere Versorgung mit Wasser und Dünger zu schätzen wissen.

Kräuter sind klassische Einstiegspflanzen für eine grüne Küche:

  • Basilikum
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Rauke beziehungsweise Rucola

Sie benötigen in der Regel nur einen hellen Platz in der Küche und ausreichend große Pflanztöpfe, die ab und an gedüngt werden sollten. Pflanztöpfe wiederum lassen sich wunderbar in das vorhandene Küchendesign integrieren, indem sie farblich passend oder besonders kontrastreich ausgewählt werden. 

Tipp: Im Supermarkt gekaufte Kräuter sollten unbedingt umgetopft werden – Basilikum etwa kann oft auf zwei bis drei Pflanzen aufgeteilt werden und braucht ausreichend Platz im Blumenkasten, um sich gut zu entwickeln.

Sprossen und Saaten benötigen kaum Platz und sind meist mit etwas Licht und ausreichend Wasser zufrieden, bieten aber viele Vitamine und einen erfrischenden Geschmack. Wenn Sie viel asiatisch kochen oder den knackigen Biss von Sprossen im Salat mögen, sind selbst gezogene Keimlinge eine echte Offenbarung.

Für Fortgeschrittene sind Salate, Knollen- und Kohlgewächse ideal:

  • Romana- und Kopfsalat
  • Radieschen
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Ingwer

Tipp: Frisch gekaufte Salate knapp fünf Zentimeter oberhalb des Strunks abschneiden, den Salatkopf selbst wie gehabt verwenden. Das Strunk-Ende dagegen für einige Tage ins Wasser stellen – und dann zu weiteren Verwendung einpflanzen. Vertikale Hydrokultur mit Salatköpfen passt sich wunderbar in der klar konzipierten Küche ein.

Dekorativ und exotisch sind Pflanzen wie Avocado, Ananas oder Mango, die ebenfalls aus bei der Küchenarbeit angefallenen Kernen und Strünken gezogen werden können. Alternativ können hängende Pflanzen wie Zierlavendel oder Farnarten für den grünen Anstrich in der Küche sorgen.

Fazit

Pflanzen ergänzen das individuelle Küchendesign ganz hervorragend. Für die moderne Küche sind vielfältige und sehr praktische Systeme verfügbar, die den vorhandenen Platz optimal nutzen – und für leckere Beigaben zur täglichen Familienmahlzeit sorgen.