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Die Kücheninsel: Vor- und Nachteile, die Sie kennen sollten

In offenen Wohnküchen sind sie häufig und gern gesehen: Kücheninseln beziehungsweise Inselküchen. Sie bieten zusätzlichen Stau- und Arbeitsraum, sollen die Kommunikation fördern und den Aufenthalt in der Küche noch angenehmer machen. Stimmt das wirklich? Wir haben die Vor- und Nachteile der ausgelagerten Arbeitsfläche genauer betrachtet.

Kücheninseln sind im Grunde Küchenzeilen, die losgelöst von Wänden aufgestellt werden – als Insel eben. Sie lassen sich sowohl mit, als auch ohne Spüle oder Kochfeld planen. Um wirkungsvoll Arbeits- und Stauraum zu bieten, sollten sie mindestens einen Meter lang sein. In der Regel werden Kücheninseln aber länger konzipiert. Für eine optimale Küchenergonomie sollte die Länge nicht mehr als fünf Meter betragen und mindestens die typische Arbeitsflächentiefe von 80 Zentimetern eingeplant werden.

Oft wird die Kücheninsel mit einem aufgesetzten Tresen oder einem angefügten Esstisch erweitert. Auch als Bar macht sich die Inselküche wunderbar, wenn ein hängendes Gläser- und Flaschenregal darüber angebracht ist.

Werden auf der Küchen- und der Wohnraumseite Fächer und Schubläden sinnvoll eingesetzt, ist der Stauraumgewinn enorm. Gerade für Großfamilien und Menschen mit großem Freundeskreis ein wichtiger Aspekt, um das benötigte Geschirr oder Kochutensilien gut verstauen zu können.

Orientierungsfragen: Wann ist eine Kücheninsel sinnvoll?

Wer im Grunde kaum in seiner Küche kocht und nur selten Zeit dort verbringt, entscheidet sich unter Umständen nur aus optischen Gründen für eine Kücheninsel. 

Wer dagegen häufig und voller Begeisterung kocht, dem stellen sich schon mehr Fragen:

  1. Brauche ich zusätzlichen Stauraum in der Küche?
  2. Möchte ich mich beim Kochen mit der Familie oder mit Freunden unterhalten können, ohne ihnen dabei den Rücken zuzuwenden?
  3. Möchte ich aufwendigere Kochvorbereitungen vielleicht mit Blick auf den Wohnraum (und den dortigen Fernseher) treffen?
  4. Koche ich häufig mit mehreren Personen gleichzeitig, sodass wir mehr Platz zum Schnippeln, Gemüse putzen und so weiter benötigen?
  5. Will ich das Arbeitsdreieck aus Spüle, Herd und Kühlschrank möglichst effizient ausnutzen?

Ist die Antwort auf die meisten Fragen ein klares „ja“, dann dürfte eine Insellösung wirklich sinnvoll sein!

Eine Kücheninsel kann sich auch als Tresen und zusätzlicher Essplatz nützlich machen. (Foto: Connoman Dining, Pixabay)

Vorteile der Kücheninsel

Die Vorteile der Kochinseln sind insbesondere für Kochenthusiasten und größere Familien deutlich:

  • Leichtere Arbeitsteilung für größere Kochrunden oder Familien, die gemeinsam Mahlzeiten zubereiten.
  • Offener Zugang zum angrenzenden Wohn- und Essraum für fortlaufende Gespräche mit Gästen oder der Familie.
  • Fungiert als Raumtrenner in offenen Wohnküchen.
  • Häufig tiefere, ununterbrochene Arbeitsfläche als bei der Küchenzeile.
  • Zusätzlicher Stauraum und weitere Ablageflächen für Küchenutensilien und Dekoration.
  • Anschlussnutzung mit Bar, Tresen oder Tisch für eine effiziente Raumnutzung, unabhängig vom Kochen.

In modernen, großzügig geschnittenen Wohnungen oder Häusern sind Kücheninseln ein beliebtes und praktisches Stilmittel, um die Küche noch stärker in den Wohnbereich zu integrieren. Schließlich verbringen wir alle sehr viel Zeit damit, entweder Essen zuzubereiten oder im Anschluss daran wieder aufzuräumen. 

Nachteile der Kücheninsel

Die Nachteile fallen etwas weniger ins Gewicht, sind aber entscheidend bei kleinen Küchen beziehungsweise in Altbauten:

  • Benötigt viel Platz, etwa eine Mindestraumgröße von 15 Quadratmetern und gut 1,20 Meter Abstand zu allen anderen Küchenelementen.
  • Verursacht unter Umständen bei Altbauten erhöhte Renovierungskosten für die Verlegung von Anschlüssen.
  • Bleibt auf der Kücheninsel zu viel liegen, wirkt schnell die komplette Küche unaufgeräumt.

Soll die Kücheninsel ein Kochfeld oder eine Grillplatte erhalten, muss ein Strom- beziehungsweise Starkstromanschluss vorhanden sein. Im Altbau oder einer Mietwohnung kann es aufwendig und teuer sein, die Anschlüsse zur Kücheninsel umzulegen. Ähnlich sieht es mit Abwasser- und Wasseranschlüssen aus, die eine funktionsfähige Spüle in der Kücheninsel erst möglich machen. Wer neu baut, kann diese technischen Voraussetzungen natürlich direkt einplanen.

Lesen Sie dazu in einem weiteren Beitrag, wie Sie die richtige Küchenform und das beste Layout finden. Und falls Sie noch ganz am Anfang Ihrer Planung stehen, haben wir hier die ersten Schritte zur neuen Küche zusammengefasst.

Besonders aufgeräumte, leere Arbeitsflächen sind derzeit im Trend. Möglichst alle Utensilien sollten ihren Platz in Staufächern haben, sodass die blanke Fläche aufgeräumt und klar strukturiert wirkt. Im Familienalltag bleibt dagegen schnell mal etwas liegen. Gerade auf Kücheninseln herumliegendes Papier, benutzte Gläser oder Reste vom Einkauf können dazu beitragen, dass die gesamte Küche eher chaotisch wirkt.

Fazit

Kücheninseln sind praktische Ergänzungen für Familien und Kochbegeisterte, die viel Zeit gemeinsam in der Küche verbringen. Durch die mehrseitige Nutzung der freistehenden Arbeitsfläche lässt sich die Vorbereitung für das Kochen geschickter aufteilen.

Wer sich gerne beim Kochen mit Gästen, Freunden und der Familie unterhält, wird die Kücheninsel besonders schätzen. Im offenen Wohnraumkonzepten kann sie dazu beitragen, den modernen Einrichtungsstil zu betonen – vor allem, wenn sie gut aufgeräumt ist.