Einrichtungsstile: Ein Design-Glossar von Asian-Style bis Urban Jungle

Einrichtungsstile: Ein Design-Glossar von Asian-Style bis Urban Jungle

Wenn es um Einrichtungsstile geht, fliegen einem schnell die blumigsten Begriffe um die Ohren. Aber nicht immer ist so ganz klar, was damit gemeint ist. Wir erklären hier einige der gängigsten – von Asian Style bis Urban Jungle. Dann wissen Sie nicht nur, was eigentlich dahintersteckt. Im Idealfall bekommen Sie außerdem Anregungen für den eigenen Einrichtungsstil!

Beispiel Asian Style (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Asian-Style?

„Asian-Style“ ist keine offiziell klassifizierte Designrichtung. Es geht vielmehr darum, wie wir uns eine typisch asiatische Einrichtung vorstellen. Welche Werte stehen dort im Vordergrund? Was macht diesen Stil besonders?

Und dann fallen einem Stichworte wie Harmonie, Ruhe und Gelassenheit ein. Der Wunsch, im Einklang mit sich selbst und der Welt zu stehen, spielt eine zentrale Rolle. Buddhas Lehren passen dazu: Wir haben alle die Chance auf anhaltenden Seelenfrieden, wenn wir uns von Extremen verabschieden und stattdessen den „mittleren Weg“ suchen.

Kontemplation ist wichtig, um zu sich selbst zu finden und im Hier und Jetzt zu leben. Deshalb versucht der Asian-Style Ablenkungen und Störungen zu vermeiden. Die Umgebung soll uns helfen, einen ausgeglicheneren Geisteszustand zu erreichen.

Was heißt das konkret für die Einrichtung? Sie werden vor allem harmonische Farbkombinationen finden. Keine krassen Gegensätze, keine schreienden Farben. Auch beim Holz herrschen eher dunkle und schlichte Sorten vor: Ebenholz, Nussbaum, Teak. Helle Holzarten wie Ahorn werden nur für feinste Details genutzt.

Klare und gerade Linien herrschen vor, generell sind geometrische Formen gefragt oder als schön und ausgleichend empfundene natürliche Formen. Symmetrie und Minimalismus sind Leitmotive. Accessoires und Schmuck setzen Sie nur sehr dezent und gezielt ein. Es ist schließlich kein Zufall, dass der Aufräum-Trend à la Marie Kondo aus Japan kommt…

Bauhaus-Stil (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Bauhaus?

Um es gleich am Anfang klarzustellen: Den einen Bauhaus-Stil gibt es nicht. Wir sprechen hier schließlich über eine Hochschule und nicht über ein Designbüro. Die Entwürfe und Arbeiten von Lehrern und Schülern am Bauhaus werden vielmehr als Teil größerer Strömungen gesehen: Dazu gehören unter anderem Funktionalismus, Klassische Moderne, Neue Sachlichkeit, Internationaler Stil.

Der Gründer Walter Gropius hatte aber sehrwohl eine Vorstellung davon, was ihm wichtig war: 

„Nur vollkommene Harmonie sowohl in der technischen Zweck-Funktion wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen.“ 

Eine Besonderheit des 1919 gegründeten Bauhaus war zudem, wie es Handwerk und Kunst vereinte. Ein Gedanke, der selbst heute noch so manchem radikal erscheinen mag.

Zahlreiche Design-Ikonen sind im Bauhaus entstanden und viele heute legendäre Namen sind damit verbunden: Ludwig Mies van der Rohe, Wassily Kandinsky, Le Corbusier, Paul Klee…

Stilprägend und bis heute einflussreich sind die einfachen Formen, klaren Linien, minimalistischen Ansätzen, nüchternen Farben. Kein Pomp und keine Ornamente, keine Kopie antiker Gestaltung, sondern wahrhaft modern. 

Es versteckt deshalb auch nicht, dass es aus neuen Materialien wie Stahl und Beton gebaut wurde. Ganz im Gegenteil: Das Material wird zur Grundlage und zum Element der Gestaltung. Es schämt sich auch nicht, aus Massenproduktion zu stammen. Es tut nicht so, als sei es manuell gefertigt oder hunderte Jahre alt.

Und diese Idee ist noch immer aktuell, 100 Jahre nach Gründung des Bauhauses. Noch immer hallen seine Grundregeln nach, noch immer prägen seine Ideen und Entwürfe die Arbeit heutiger Architekten und Gestalter. 

Beach House Look (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist der Beach House Look?

Willkommen am Meer! Eine frische Brise weht herüber und bringt nicht nur den feinen Duft von Salzwasser mit sich, sondern auch das sanfte, rhythmische Rauschen der Brandung. Die Sonne glitzert auf den Wogen. Die Welt scheint unendlich. Termine gibt es keine. Überhaupt spielt die Zeit keine Rolle mehr…

Dieses Lebensgefühl soll der „Beach House Look“ nach Hause holen – egal, wie weit der nächste Strand tatsächlich entfernt ist. Dazu gehören leichte Farben, helle Flächen und sanfte, wallende Stoffe. In der europäischen Variante finden sich Anklänge an die Seefahrt und die romantisierte Freiheit der Matrosen (oder gar Freibeuter). Wie Hans Albers einst sang:

„Mich trägt die Sehnsucht fort in die blaue Ferne, unter mir Meer und über mir Nacht und Sterne. Vor mir die Welt – so treibt mich der Wind des Lebens.“

Variante: der Hamptons-Look

In der amerikanischen Variante liegt die Betonung mehr auf einem Hauch Luxus: feinste Materialien und elegante Formen und Farben. Denn hier denkt man beim Strandhaus vor allem an die Hamptons, eine Region östlich von New York, die als Mekka der Superreichen bekannt ist.  Mariah Carey, Steven Spielberg, Tiger Woods, Jennifer Lopez und Calvin Klein haben hier ein Haus. Die HBO-Erfolgsserie „Sex and the City“ machte die Region weltweit berühmt.

Hier trifft dann der maritime Stil der Ostküste mit den Extravaganzen der „New Yorker Schule“ aufeinander. Massivholz, hochwertiges Leder und zarte Weiß-Töne sind anzutreffen. Gelassenheit, Gemütlichkeit und Wertigkeit spielen zentrale Rollen.

Boho (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Boho?

Boho ist ein Stil, der mit Stilen brechen will und ist damit ein Widerspruch in sich selbst. Der Name bezieht sich auf die Bohème, die sich in ihrem Lebensstil gegen alles Bürgerliche wendet. Sie rebelliert gegen gesellschaftliche Normen, die sie als einschränkend oder gar schädlich empfindet.

Entsprechend ist im Boho-Stil erlaubt, was gefällt und den eigenen Charakter zeigt. Heute sieht man dort häufig Elemente aus der Hippie- und Flower-Power-Bewegung, die sich schließlich im Sinne der Bohème gegen das Establishment auflehnte und eine neue Welt anstrebte.

Hier treffen Ethnomuster und Floralprints auf Designerstücke. Es darf kuschlig sein und wollig, vintage und retro, locker und leger – nur eben nicht langweilig, stromlinienförmig und angepasst an den Durchschnittsgeschmack der Massen.

Fragen Sie sich: Wie fühlen Sie sich oder wie wollen Sie sich fühlen? Wie wollen Sie sich selbst ausdrücken? In welchem Umfeld fühlen Sie sich zu Hause?

Vergessen Sie, was Einrichtungsmagazine und Design-Gurus Ihnen erzählen wollen. Pfeifen Sie auf die Meinung Ihrer Gäste. Es geht nicht darum, irgendwen zu beeindrucken. Es geht darum sich selbst zu verwirklichen und das eigene Leben selbstbestimmt zu leben.

Variante: Boho-Scandi

Hier versucht man etwas, das unmöglich scheint: Die klare, aufgeräumte, stringente Welt des skandinavischen Designs (siehe unten) mit dem rebellischen Boho-Stil kombinieren, der nur eine Regel kennt: dass es keine Regeln mehr gibt.

Wie soll das denn bitteschön funktionieren? Stellen Sie es sich so vor: Selbst das verrückteste Haus braucht ein grundsolides Fundament. Sie können wie Hundertwasser oder Gaudi mit bunten, wogenden, tausendfach ornamentierten Fassaden arbeiten und doch wird Ihr Fundament so gebaut sein, wie man Fundamente baut, damit das Gebäude stehenbleibt. Sie können noch so revolutionär und aufmüpfig sein: Manche Regeln gibt es, weil sie einen guten Grund haben. 

Der skandinavische Stil gibt Ihnen das Fundament: helle und dezente Farben, klare und schlichte Formen, natürliche und offene Oberflächen. Und auf dieser Basis kommt der lebensfrohe, kreative und ungebremste Boho-Stil zum Einsatz. Accessoires mit persönlicher Bedeutung für Sie gehören dazu, aber vielleicht auch das charakterstarke Statement-Möbel. Vom Flohmarkt-Fund bis hin zum selbstgebauten Stück ist alles erlaubt. Sie mögen Fransen? Orientteppiche? Traumfänger? Immer her damit.

Weil Sie den ruhigen Scandi-Look als Basis haben, wird Ihr Zuhause durch den Boho-Look nicht überfrachtet, sondern schlichtweg belebter und persönlicher.

Contemporary (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Contemporary Design? 

Contemporary Design ist kein fester Einrichtungsstil. Es meint lediglich, dass es zeitgenössische Entwürfe sind. Designs von heute, nicht von gestern. Es sind die neuesten Trends der Einrichtungsberater, Interieur-Schmieden und Möbelmessen. Was vor zehn Jahren noch als „contemporary“ galt, ist heute längst überholt. Es ist also wie in der Mode: Die Trends kommen und gehen – und manchmal kehren sie zurück.

Neue Materialien, Fertigungsmethoden oder Ansprüche spielen hier mit hinein. Vielleicht gibt es einen Trend zu mehr Nachhaltigkeit und weniger Kunststoff. Oder es gibt einen Trend hin zu individualisierten und dennoch massengefertigten Möbelstücken.

Contemporary ist also keine Schublade. Es ist das, was gerade aktuell ist. Und es sollte deshalb nicht mit „Modern Design“ verwechselt werden (siehe unten). Denn das bezeichnet tatsächlich eine ganz bestimmte Stilrichtung und Zeitepoche. 

Cuba (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Cuba Style?

Wie beim Asian Style weiter oben sprechen wir hier über eine idealisierte oder auch romantisierte Version dessen, was wir für die Insel Kuba als typisch ansehen. Wie im Urlaub werden soziale und politische Probleme des Ortes ausgeblendet. Was übrig bleibt, ist ein Lebensgefühl, ein Lebensstil.

Wir denken bei Kuba und der Hauptstadt Havanna an malerische Häuser unter einer karibischen Sonne. Wir denken an feurige Musik und an die Meereswellen, die sich an der Promenade brechen.

Es ist ein entspannter Stil, fern der oftmals selbstgemachten Hektik hierzulande. Es ist geprägt von einer Insel voller paradiesischer Natur. Entsprechend finden wir hier viele kräftige und lebensbejahende Farben. Hier hält man sich nicht zurück, denn das Leben ist kurz, es ist einmalig und wir wollen es genießen und zelebrieren.

Zugleich gehört das Altern zum Leben dazu. Wer viel lacht, der wird und darf viele Falten haben. Das gilt auch für Möbel und Oberflächen: Sie zeigen, dass sie etwas erlebt haben und sollten Geschichten erzählen können. Ein bisschen „shabby chic“ (siehe unten) gehört dazu, ebenso der Stilmix. 

Was auf Kuba vielfach aus der Not und Zwängen heraus geboren ist, wird in diesem Fall zum Mittel der Wahl. Hier passt nicht alles perfekt zusammen. Hier wird genutzt, was man hat, was man bekommen konnte, was sich bewährt hat, was funktioniert.

Das ist zugleich viel nachhaltiger und in mancherlei Hinsicht besser als die Wegwerf-Kultur der westlichen Welt. Hier weiß man Qualität noch zu schätzen und hier pflegt man seine besten Stücke.

Hygge-Style (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Hygge-Style?

Hygge ist dänisch und wir würden es wohl mit Gemütlichkeit übersetzen. Aber es ist doch ein wenig anders, denn was gemütlich ist, ist für jeden unterschiedlich. Hygge will uns vom Alltagsstress loslösen und uns Entspannung und Zufriedenheit bescheren. Geborgenheit und Wohlbefinden sind andere Stichwörter, die dazu passen.

Natürliche Materialien sind hier Trumpf, vor allem Massivholz. Auch hochwertiges Leder findet seinen Platz. Zuverlässig und beständig soll die Einrichtung sein, rustikal ist ebenfalls erlaubt und gern gesehen. Gekonnte Handwerkunst und Liebe zum Detail sind gefragt.

Helle Creme-Töne und weiße Akzente sorgen für Harmonie und Ruhe. Knallige Farben haben hingegen keinen Platz. Stattdessen setzen wir auf sanfte Farbwelten, gern entlehnt aus der Natur. Für Abwechslung sorgen die einmaligen Oberflächen aus natürlichen Materialien.

Die Accessoires unterstützen uns dabei, zur Ruhe zu kommen und uns wohlzufühlen. Kuscheldecken, Kissen und Felle sind dazu da, uns zu schmeicheln. Das Sofa wird zur Wellness-Oase.

Kolonialstil (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Kolonialstil? 

Kolonialstil ist ein sehr weit gefasster Begriff mit zahlreichen regionalen Varianten. Er geht auf eine Zeit zurück, als die alte Welt exotische und extravagante Materialien und Stücke aus ihren damaligen Kolonien importierte. Dunkle Hölzer finden sich deshalb in diesem Stil, aber auch Rattanmöbel gehören dazu. Ein Klassiker ist zudem der Ohrensessel aus Leder – vor allem in Großbritannien. Hier ist er zur festen Stilgröße geworden. Spanien, Frankreich oder die Niederlande haben wieder andere Traditionen, die sich auf ihre ehemaligen Übersee-Verbindungen zurückführen lassen.

Generell schafft der Kolonialstil eine rustikale, gemütliche und klassische Wohnatmosphäre. Die dunklen Hölzer werden mit hellen Wandfarben kombiniert und erzeugen so interessante Kontraste. Ein Hauch Exotik ist gewünscht, vor allem bei den Accessoires. 

Landhausstil (Bild von Katja S. Verhoeven auf Pixabay)

Was ist Landhausstil? 

Beim Landhausstil wünschen wir uns eine Zeit zurück, in der wir direkter mit der Natur und unserer Umwelt verbunden waren. Wie so oft ist es natürlich eine idealisierte Fassung, denn wer möchte schon auf moderne Annehmlichkeiten wie fließendes Wasser oder Strom verzichten?

Nein, es geht um die Materialien und eine Wertschätzung für die Natur. Gemütlichkeit ist wichtig und unkompliziert soll es sein. Entschleunigung ist ein Begriff, der einem hier in den Kopf kommt.

Möbel im Landhausstil setzen auf schöne Stoffe und robuste Hölzer. Einfach und zugleich beständig soll es sein, sowohl schlicht als auch hochwertig.

Wunderschönes Massivholz mit seinen einmaligen Eigenschaften findet hier ebenso ein Zuhause wie feines Leder, schlichte Farben und bodenständige Formen. Hier geht es nicht um den schönen Schein.

Zugleich ist der Landhausstil nicht so streng wie so manche andere Einrichtungs-Variante. Hier können Sie sich ausleben mit Ihren Flohmarkt-Fundstücken oder dem handgearbeiteten Erbstück.

Mid-Century (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Mid-Century-Design?

Hier kommen die Designströmungen der 50er und 60er Jahre zum Einsatz. Es war eine Zeit des Aufbruchs, des Wiederaufbaus und des „Hurra, wir leben noch“. Ideen und Entwürfe aus dem Bauhaus (siehe oben) rückten ins Rampenlicht. Man wollte die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und mutig und mit großen Schritten in eine neue, bessere Zukunft gehen.

Der Wirtschaftsaufschwung nach dem zweiten Weltkrieg, der rasante technische Fortschritt und die sich stark verbessernden Lebensverhältnisse brachten viel Optimismus. Technik wurde als Lösung für alle Probleme angesehen.

Sie finden zeitlose, schlichte Linienführungen vor. Sie sind klar und unaufgeregt und kombiniert mit soliden und klassischen Farbtönen. Bewährte Materialien wie Holz leben in trauter Eintracht mit Edelstahl oder auch Kunststoff.

Viele heute noch berühmte Designklassiker stammen aus dieser Epoche.

Was ist Modern Design?

Modern Design ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Stilrichtungen und Errungenschaften von den 50er Jahren bis in die 90er Jahre. Das oben schon genannte Bauhaus hat diese Zeit stark geprägt. Auch das schlichte Scandinavian Design (siehe unten) gehört dazu.

Wir finden hier eine klare und ruhige Formsprache und den vollkommen Verzicht auf Effekthascherei. Eine sachliche Kombination aus Form und Funktion steht im Mittelpunkt. Es strahlt eine Klarheit aus, die es in der Designgeschichte besonders macht.

Modern Ethno (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist (Modern) Ethno?

Im Ethno-Stil holen Sie sich die Vielfalt menschlicher Kulturen ins eigene Zuhause. Wir zelebrieren hier die Unterschiedlichkeit in der Gemeinsamkeit. Wir sind alle Teil derselben Familie, die über die Jahrhunderte und Jahrtausende ihre eigenen Wege gefunden hat, sich auszudrücken. Wir alle leben auf demselben Planeten, aber wir haben eine unterschiedliche Sicht auf die Welt und das Leben.

Der Ehtno-Stil bedient das Fernweh, die Sehnsucht danach, fremde Kulturen zu erleben und in die Wirklichkeit anderer Menschen einzutauchen.

Wir sammeln Stücke, die wir besonders finden – besonders interessant, besonders ungewöhnlich, besonders irritierend. Vom kleinen Accessoire bis hin zum Teppich oder Möbelstück kann das quasi alles sein.

Wie stark Sie damit über Bord gehen, ist ganz Ihnen überlassen. Vielleicht fühlen Sie sich vom Boho-Stil angesprochen (siehe oben) und lassen alle Regeln hinter sich. Vielleicht mögen Sie die klaren Formen und unaufgeregten Farben des modernen Designs, wollen es aber mit charaktervollen und einzigartigen Elementen kombinieren.

Lassen Sie sich anregen von den verschiedensten Stilen überall auf der Welt und fügen Sie daraus zusammen, was Sie anspricht. Es ist Ihr ganz persönlicher Blick darauf, was uns als Menschen ausmacht.

Starke Farben können sich hier mit leuchtenden Mustern vereinen, Fransen treffen auf Federn, Perlen und gekonnte Schnitzereien bilden ein großes Ganzes. 

Retro und Vintage (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was sind Retro & Vintage? 

Wenn etwas retro ist, dann ist es etwas Neues im klassischen Look. Es ahmt also Elemente aus der Vergangenheit nach. Wenn etwas vintage ist, dann ist es in der Regel tatsächlich alt und nicht auf alt gemacht. Beachten Sie allerdings, dass die Begriffe manchmal nicht so trennscharf und eindeutig genutzt werden. Manche denken auch, es seien Synonyme. Wenn es Ihnen also darauf ankommt, echte alte Stücke zu erwerben, dann sollten sie auf die entsprechenden Kennzeichen achten.

Suchen Sie sich für diesen Stil jedenfalls das Beste aus allen Epochen. Treten Sie eine Zeitreise an in die goldenen 20er oder vielleicht doch die bewegten 60er? Statement-Möbel aus der Vergangenheit bringen Strahlkraft ins eigene Zuhause. Kombinieren Sie die mutig mit dem schlichten Design der Moderne und Sie können einen spannenden Stilmix erzeugen.

„Raw“ und „Used Look“ gehören ebenfalls in diesen Bereich: Dann haben Sie es meist mit Gegenständen zu tun, die auch Patina und Gebrauchsspuren aufweisen – selbst wenn sie frisch aus der Fabrik kommen.

Scandinavian Design (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist Scandinavian Design? 

Helle Farben und eine moderne Sachlichkeit prägen die Designs aus Europas Norden. Im Mittelpunkt stehen hier die Kombination aus Form und Funktion. Möbel im skandinavischen Stil sind sowohl praktisch als auch ästhetisch. Ruhige Farbkonzepte und pastellige Töne strahlen Entspannung aus. Massivholz ist als Material sehr beliebt. Bei den Accessoires geht es gern natürlich zu. Auch hier ist eine nordisch-dezente Zurückhaltung gefragt.

Aber wie auch andernorts, geht es hier nicht streng-einheitlich zu, denn der oben schon beschriebene Hygge-Stil gehört ebenfalls dazu, der eher rustikal und gemütlich daherkommt. 

Generell lässt sich festhalten: Skandinavisches Design bevorzugt zeitlose Linien und hochwertige Materialien. 

Shabby Chic (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist shabby chic?

Das englische Wort „shabby“ ist nicht zufällig dem deutschen „schäbig“ so ähnlich. Was „shabby chic“ als These aufstellt: Wenn alles brandneu ist, ist es langweilig. Man darf und soll sogar Gebrauchsspuren sehen – im Zweifel werden die gar künstlich hinzugefügt. Siehe dazu auch Retro/Vintage weiter oben!

Es geht rustikal zur Sache. Schrammen, Kratzer, Patina: Sie sind Zeichen von Möbeln und Gegenständen, die Charakter haben. Sie sind individuell und einzigartig.

Dabei geht es nicht darum, seine Zuhause allein aus Flohmarkt- und Sperrmüll-Fundstücken einzurichten. Wie immer kommt es auf das Maß an: Einige gezielt ausgewählte Stücke, die Ihre „Lebenserfahrung“ deutlich zeigen, werten ein ansonsten sachlich und modern eingerichtetes Wohnzimmer erheblich auf.

Knallige Farben finden sich in diesem Stil in der Regel nicht. Pastelltöne sind eher angesagt: Himmelblau, Flieder, Rosé oder ein helles Gelb. Accessoires aus Metall dienen als Hingucker.

Richtig umgesetzt, vereint shabby chic sowohl Eleganz als auch Gemütlichkeit. 

Ultra Vintage (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Was ist ultra vintage und used/destro look?

Und für wen Vintage, Retro und Shabby Chic noch zu handzahm sind: „Ultra Vintage“ oder auch „Destro Look“ meint mehr als nur ein paar Kratzer oder eine kleine Unperfektheit hier und da. Hier zelebriert man rauhe Oberflächen und Stücke, die etwas mitgemacht haben.

Auch hier gilt: Zurückhaltung ist eine Tugend. Die offene, rauhe Ziegelwand im ansonsten sachlich-streng eingerichteten Wohnzimmer ist ein Beispiel. Oder der heftig mitgenommene Sessel, der aus einem vergessenen Jugendzentrum stammen könnte, wird zum Highlight in der ansonsten makellosen Umgebung.

Insofern: Keine Angst vor Stücken, die ihre besten Zeiten hinter sich zu haben scheinen. Mit einem geschickten Einrichtungshändchen erleben sie einen zweiten Frühling – oder vielleicht sogar ihren ersten. Denn was damals eine pragmatische Anschaffung war, ist nun viele Jahre später zu etwas Besonderem gereift.

Dieser Stil kann deshalb so interessant sein, weil unsere Welt zunehmend perfektioniert und glattgeschliffen ist. Ja keine scharfen Ecken und Kanten! Keine weit offenen Spaltmaße! Keine kratzigen Oberflächen!

Einerseits demonstrieren wir damit, wie handwerklich fortgeschritten wir sind. Es ist faszinierend, welche Qualitätsgrade wir erreichen können. Andererseits gehen uns damit Sinneseindrücke verloren. Denn auch wenn eine glatte Oberfläche faszinierend ist, genießen wir mindestens ebenso die rauhe Rinde eines Baumstamms.

Was ist Urban Jungle? 

Für dem Urban Jungle müssen Sie sich nicht von Liane zu Liane schwingen. Sie können natürlich, aber wir übernehmen dafür keine Verantwortung… Spaß beiseite: Beim Einrichtungstrend „Großstadtdschungel“ geht es nicht so sehr um die Möbel, sondern um etwas ganz anderes: Pflanzen und zwar jede Menge davon! Gestalten Sie sich Ihre eigene grüne Dschungel-Oase (eventuell gar mit dem einen oder anderen Stubentiger).

Farne, Kletterpflanzen, Kakteen, Palmen: Es darf lebendig und üppig sein, eben ganz im Sinne des Dschungels. Sie sind dabei nicht nur schön anzuschauen. Ihr Grün wirkt oftmals beruhigend auf uns. Das mag eine noch tief in uns schlummernde Erinnerung an die Frühzeit der Menschheit sein. Und, wer eher sachlich denkt: Sie können das Raumklima verbessern.

Wie Künstler Albrecht Dürer schon wusste: 

„Willst du wissen, was Schönheit ist, so gehe hinaus in die Natur, da findest du sie.“

Schlusswort

Wir hoffen, Sie fanden diesen Ritt durch verschiedenste Stile und Designrichtungen spannend und anregend. Wie Sie sicherlich auch gesehen haben: Die Grenzen zwischen diesen Begriffen sind oftmals fließend. Es sind dann keine klaren Kategorien.

Sehen Sie es als Anregungen. Picken Sie sich hier und da etwas heraus, das gut funktioniert. Und lassen Sie sich natürlich gern bei uns in der Ausstellung weiter anregen!