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Küchenplanung: Ergonomie nicht vergessen!

Ergonomie mag wie ein abstrakter Begriff klingen. Machen wir es doch einmal ganz konkret: Gute Ergonomie sorgt dafür, dass Ihnen Ihre Küche Spaß macht. Schlechte Ergonomie wird Ihnen diesen Spaß verderben.

Warum ist das so? Ergonomie meint, wo und wie Sie Dinge in der Küche platzieren und einrichten. Ist die Arbeitsplatte auf der richtigen Höhe für Ihre Körpergröße? Sind täglich gebrauchte Dinge leicht erreichbar? Müssen Sie viel hin- und herlaufen oder sind die Wege kurz? Grundsätzlich gesprochen: Eine Küche sollte so entworfen sein, dass sie Ihnen alle Handgriffe erleichtert.

Und das beeinflusst natürlich ganz entscheidend, ob Sie Ihre neue Traumküche auf Dauer genießen können oder nicht. Bedenken Sie dabei auch, wie viel Zeit Sie in der Küche verbringen werden! Da lohnt es sich auf jeden Fall, von Anfang an richtig zu planen.

Genug der Vorrede. Schauen wir uns doch die wichtigsten Punkte einmal genauer an:

Arbeitsplatten lassen sich auch mit variablen Höhen installieren. (Foto: Team7)

Vermeiden Sie Bücken, Knien und Strecken

Leider können Sie nicht alles in der Küche so platzieren, dass Sie es mühelos im Stehen erreichen. Aber Sie sollten ganz bewusst dafür sorgen, dass alle täglich genutzten Dinge so bequem wie möglich nutzbar sind. Welche das sind, hängt ganz von Ihnen und Ihren Gewohnheiten ab. 

Insofern: Überlegen Sie einmal ganz genau, welche Dinge Sie jeden Tag in der Küche nutzen – von der Arbeitsplatte über Teller und Gläser hin zu Töpfen und Arbeitsgeräten. Und sorgen Sie dann dafür, dass Sie alle die in Ihrer neuen Küche so platzieren, dass sie leicht erreichbar sind. Was Sie weniger nutzen, können Sie darüber und darunter unterbringen. Ganz selten genutzte Gegenstände und Geräte können sich schließlich auch an Stellen befinden, die Sie nur mit einer gewissen Mühe erreichen. 

Denken Sie zugleich an das Gewicht der Gegenstände: Die schwersten sollten idealerweise zwischen Hüfte und Schulter platziert sein. Mittelschwere zwischen Knie und Augenhöhe. Die leichtesten darunter und darüber.

Apropos Bücken und Knien: Wenn Sie den Ofen häufig nutzen, kann es sich lohnen, ihn getrennt von den Kochplatten zu platzieren – eben eingebaut in einer bequemen Höhe.

Bei Kühlschränken wiederum sind Modelle immer beliebter, die das Gefrierfrach als Schublade unter dem Kühlbereich haben. Dadurch sind die (wahrscheinlich sehr viel häufiger) gefragten Lebensmittel leichter zu erreichen.

Ein weiterer Tipp: In den Unterschränken sind Schubladen oftmals besser als Türen. Schließlich ziehen Sie damit die Gegenstände zu sich heran und sehen alles auf einen Blick – ohne dafür erst in die Knie gehen zu müssen.

Insbesondere für die oberen Schränke sind außerdem nach oben öffnende Türen sinnvoll, die  auf einen Druck hin selbst aufgehen oder die zumindest selbstständig in der geöffneten Position verbleiben. Sie glauben gar nicht, wie viel leichter alles wird durch solche „Kleinigkeiten“.

Ein anderer Tipp: Viele Küchen werden für durchschnittliche Körpergrößen gestaltet. Vielleicht ist in Ihrem Haushalt aber jemand kleiner oder größer als der Durchschnitt – und das kann ganz schön anstrengend werden. Eine Option ist es, Arbeitsplatten in unterschiedlichen Höhen zu haben. Je nach Platzierung können sich die höheren Arbeitsbereiche dann auch als Thresen nützlich machen zum Beispiel. Auch Geschirrspüler und Kochbereich können bei Bedarf höher als normal platziert werden, damit sie leichter zu erreichen sind.

Das „Küchendreieck“ Spüle - Kühlschrank - Herd spielt bei der Planung eine wichtige Rolle. (Foto: Sidekix Media, Unsplash)

Platzieren Sie Ihre „Arbeitszonen“ sinnvoll

Es gibt zwei gedankliche Modelle, die bei der Küchenplanung helfen. Das eine ist das „Küchendreieck“. Das andere sind die „Arbeitszonen“. Beide ergänzen sich.

Das Küchendreieck meint Spüle, Herd und Kühlschrank. Die sollten, wenn möglich, in einem Dreieck angeordnet sein. Je größer das Dreieck, desto mehr Platz haben Sie, desto länger werden allerdings auch die Wege. Je kleiner das Dreieck, desto kürzer werden die Wege und desto weniger Platz haben Sie. Hier müssen Sie das für sich richtige Maß finden. Es hängt zum Beispiel auch davon ab, ob in der Regel eine Person in der Küche aktiv ist oder zwei oder noch mehr.

Die Arbeitszonen sollen Ihnen wiederum dabei helfen, ähnliche Vorrichtungen, Geräte und Gegenstände möglichst nah beieinander zu haben. Beispiel: Bewahren Sie idealerweise in der Nähe des Kühlschranks auch alle Lebensmittel auf, die nicht gekühlt werden müssen. Dann haben Sie alles schnell zur Hand. 

Ähnlich gilt das für die Spüle: Hier bietet es sich an, auch Geschirrspüler und Mülleimer zu haben. Sind hier auch die Schränke mit den Tellern und die Besteckschubladen zu finden, ist alles schnell wieder weggeräumt.

Und wo der Herd ist, sollten sich idealerweise alle Arbeitsoberflächen zur Vorbereitung der Speisen finden. Auch Ihre Töpfe und Pfannen sind hier gut platziert.

Je nach Größe und Form des Raums wird sich das nicht immer alles perfekt umsetzen lassen. Das ist dann kein Beinbruch. Sehen Sie es als Leitlinie für Ihre Planung.

Schlusswort

Über Ergonomie wird nicht so häufig gesprochen wie über den Look. Während die Optik aber nur für den ersten Moment wichtig ist, ist die sinnvolle Gestaltung auf lange Sicht wichtig. Wie es so schön heißt: Design ist nicht nur, wie etwas aussieht, sondern vor allem, wie es funktioniert.

Insofern: Beziehen Sie die hier genannten Punkte unbedingt in Ihre Überlegungen mit ein! Und lassen Sie sich vor Ort beraten. Wir zeigen Ihnen gern alle Ihre Optionen für eine ergonomische Küche, an der Sie lange Freude haben. Buchen Sie hier vorab einen unverbindlichen Beratungstermin!