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Mehr als 20 Dinge, die Sie (vielleicht) noch nicht über Sofas wussten

Sitzen Sie bequem? Vielleicht gar auf einem Sofa, einem Diwan oder einer Chaiselongue? Das ist perfekt, denn hier haben wir über 20 Dinge rund um das Sitzmöbel Nr. 1 für Sie zusammengestellt – Wissenswertes, Erstaunliches und jede Menge Small-Talk-Futter für die nächste Party…

Kleine Sofakunde in einer Grafik

  • Statistisch gesehen verbringen wir vier Stunden pro Tag auf dem Sofa.
  • In Deutschland wird es etwa zehn Jahre lang genutzt, bevor ein neues her muss.
  • In dieser Zeit erlebt ein Sofa eine ganze Menge, wenn man den Zahlen des Europa Möbel-Verbunds glauben möchte: Es wird demnach für 782 Filmabende genutzt. Kinder entdecken es 587 Mal als inoffizielles Trampolin. 489 Mal nutzen Gäste eine Couch als Bett. 293 Nächte schläft ein Partner dort, weil… das in dem Moment die beste Lösung zu sein schien. Und als versöhnlicher Kontrast: 1.174 Küsse werden auf einem Sofa ausgetauscht.
  • Apropos Küssen: Das gängigste Sofamodell ist der Zweisitzer, im englischen Sprachraum als „Loveseat“ bekannt.
  • Das schnellste Sofa der Welt ist laut Guinness-Buch der Rekorde mit rasanten 148 km/h unterwegs gewesen.
  • Das teuerste Sofa stammt vom Architekten Ron Arad: 231.000 Euro. Puh, erstmal hinsetzen…
  • Im sächsischen Siebenlehn wurde ein Sofa aus Lego gebaut: Es war 4,5 Meter breit und 1,75 Meter hoch. Das eigentlich Erstaunliche: Es war 1,5 Tonnen schwer. Erklären Sie das mal Ihren Umzugshelfern!
  • Das längste Sofa aller Zeiten stammt aus Århus, Dänemark: 51,4 Meter. Es hat 104 Sitzplätze und wurde unter anderem in Hamburg genutzt, um eine komplette Hochzeitsgesellschaft darauf unterzubringen.
Das Sofa als Mittelpunkt des Zuhauses und Ort der Entspannung ist eine noch recht neue Entwicklung. (Fotos: Europa Möbel-Verbund)
  • Die Geschichte des Sofas soll sich bei alldem bis in die Zeit der arabischen Sultane zurückverfolgen lassen. Während das Fußvolk damals auf kargen Stühlen saß, hatten die Obersten bequeme Sitzgelegenheiten mit Kissen und Bezügen. 
  • Dazu passend: Das Wort Sofa kam über Französisch und Italienisch zu uns, die es wiederum aus dem Arabischen haben („suffa“). 
  • Auch der Diwan kommt aus dem Arabischen und geht auf Matratzen zurück, die sich in Büros zur Entspannung befanden.
  • Sofa-ähnliche Möbel soll es aber auch schon im alten Ägypten gegeben haben.
  • Bei den Römern wiederum war vor allem das Triclinium verbreitet: ein Möbelstück aus Holz oder Stein, um im Liegen zu Essen, sich zu unterhalten und Gäste zu empfangen. Klingt alles sehr vertraut, abgesehen von der Tatsache, dass dies allein Männern vorbehalten war.
  • Wobei man Sofas auch hierzulande lange Zeit nur als Adeliger hatte.
  • Überhaupt wurden die ersten Sofas in Deutschland erst im 17. Jahrhundert hergestellt. Die Produktion war zudem aufwändig und die Materialien teuer. Genutzt wurde es vor allem zum Liegen und Ausruhen.
  • Das Wort „Couch“ bedeutet deshalb auch ursprünglich „sich hinlegen“. Es kam aus dem Englischen zu uns, die es wiederum von den Franzosen hatten. Es lässt sich bis zum lateinischen Wort collocare für „hinsetzen, niederlegen“ zurückverfolgen.
  • Der Begriff „Chaiselongue“ stammt aus dem Französischen. Es meint „langer Stuhl“. Anfangs bestand dieses Möbel nicht selten aus einem Set mit Stuhl und Fußbank. Heute findet man unter diesem Namen vor allem die Variante, die beides vereint. Bisweilen sieht und hört man auch die Variante „Chaise Lounge“. In den USA wurde dieser Fehler so häufig gemacht,  dass er inzwischen die vorherrschende Schreibweise ist.
Moderne Wohnlandschaft (Foto: Europa Möbel-Verbund)
  • Eine Chaiselongue mit hoher Rückenlehne war auch als „Ohnmachts-Sofa“ bekannt, die vor allem Frauen nutzten. Schuld an deren Unpässlichkeit war nicht zuletzt ein oftmals viel zu eng geschnürtes Korsett.
  • Erst im 19. Jahrhundert bekamen Sofas standardmäßig durchgehende Rückenlehnen und eine Polsterung mit Sprungfedern. Die Nutzung änderte sich: Es wurde nicht mehr nur zum Liegen genutzt, sondern nun auch zum Sitzen.
  • Dank der industriellen Revolution wurden Sofas für weitere Bevölkerungsschichten erschwinglich. Trotzdem war es aber weiterhin etwas Besonderes und diente vor allem dazu, Gäste zu empfangen.
  • Insofern gilt: Das Sofa als Mittelpunkt des Wohnzimmers und des Feierabends ist eine vergleichsweise neue Entwicklung. Entsprechend haben sich Sofas vom Einzelstück hin zu Wohnlandschaften weiterentwickelt, die sich bisweilen durch Module ganz individuell anpassen lassen. 
  • Inzwischen sind Sofas nicht nur weiter verbreitet, sondern manche sind richtige Berühmtheiten. Dazu gehören das Modell der Simpsons, die orangefarbene Couch im Café „Central Perk“ in der Serie „Friends“ oder das gemusterte Sofa aus „Eine schrecklich nette Familie“. Unvergessen ist auch Loriots rotes, verschnörkeltes Sofa. Und, ja, die Couch als Symbol der Psychoanalyse hat es wirklich gegeben: Sigmund Freuds Patienten wurden darauf gestützt von dicken Kissen und saßen bequem genug, um sich zu entspannen, und aufrecht genug, um nicht schläfrig zu werden. Inzwischen ist sie im Sigmund-Freud-Museum in London zu sehen.

Und hätten Sie’s gewusst?

Wenn Sie das nächste Mal bei einer Party auf der Couch sitzen (oder vielleicht einer Recamière), haben Sie auf jeden Fall das eine oder andere Small-Talk-Futter. Und vielleicht sehen Sie außerdem Ihr Sitzmöbel Nr. 1 nun mit ein wenig anderen Augen. Schließlich ist es noch gar nicht lange her, dass es ein Luxusgut war, das sich nur die Reichen und Mächtigen leisten konnten. Und selbst die hätten sich kaum träumen lassen, es sich am Abend auf einer unserer modernen Wohnlandschaften bequem zu machen.