So gestalten Sie eine gemütliche Leseecke

So gestalten Sie eine gemütliche Leseecke

Sich mit einer Zeitschrift, einem Buch, dem E-Reader oder Tablet einmal entspannt zurücklehnen und einfach nur lesen… Das ist für viele die Idee eines perfekten Abends.

In Wohnungen oder Häusern mit ausreichend Platz findet sich vielleicht ein ganzer Raum, der als Bibliothek fungieren kann. Bei weniger freiem Raum findet sich meist im Wohnzimmer eine ruhige Ecke. Sie können Ihre Ruheinsel aber auch gut im Schlafzimmer unterbringen. 

Wichtig ist: Häufig frequentierte Laufstrecken wie etwa der Weg vom Flur in die Küche oder in Richtung Badezimmer sollten besser ausgespart bleiben. Vor allem bei Familien mit Kindern laufen sonst permanent kleine und große Familienangehörige aneinander vorbei. Das reduziert die Möglichkeit, sich wirklich in ein gutes Buch zu vertiefen, deutlich! 

Besser ist es, etwas verstecktere Ecken zu nutzen. Gibt es einen gut durchlüfteten Wintergarten, einen Erker oder Fensternischen mit Sitztiefe? Dann sind diese auf jeden Fall die richtige Wahl für Ihre Leseecke!

Einfach mal zurücklehnen und sich in ein schönes Buch oder Magazin vertiefen... Herrlich! (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Polstersessel, Sitzsack und Tagesbett

Ihre Entspannung hängt stark davon ab, wie bequem Sie es sich machen können. Ein Schreibtischstuhl fungiert deshalb nur sehr begrenzt, wenn Sie sich längere Zeit in eine Zeitschrift oder ein gutes Buch vertiefen wollen. 

Für Ruheinseln und Leseecken werden deshalb häufig klassische Polster- und Armlehnensessel genutzt. Wenn das in Ihren Einrichtungsstil passt, können auch Sitzsäcke in XXL-Format gemütlich wirken. Tagesbetten in schmaler Ausführung oder als französisches Bett mit 1,40 Meter Breite erfordern schon viel mehr Platz, bieten aber reichlich Raum zum Ausstrecken. 

Beachten Sie:

  • Sind Kopf, Arme und Beine gut gestützt im neuen Leseparadies?
  • Ist bequemes Zurücklehnen möglich?
  • Bei Haushalten mit Kindern: Ist genug Platz für kuschelnde Kinder auf dem Schoß mit eingeplant?

Relativ kurze Sessel und Stühle mit Anklang an die 70er Jahre sind zwar aktuell im Trend, aber für einen gemütlichen Leseabend eignen sie sich in aller Regel nicht. 

Raumlicht, Leselicht und Stimmungslicht

Zum Konzept der Ruheinsel mitten im Wohnraum gehört natürlich eine Stehlampe mit möglichst punktueller Beleuchtung. Tatsächlich ist es aber geschickter, wenn Sie Ihre Leseecke in das komplette Beleuchtungskonzept des Raums integrieren. 

Wichtig sind diese drei Leuchtenarten:

  1. Tageslicht ist immer zu bevorzugen, ein Plätzchen am Fenster oder unter einem Oberlicht ist deshalb immer eine gute Idee!
  2. Stimmungsleuchten mit gedämpftem Lichtschein an den Wänden beziehungsweise mit gedimmte Deckenleuchten sorgen für ein ausreichendes Lichtlevel.
  3. Funktionsleuchten direkt am Sessel liefert ausreichend Helligkeit, um ungetrübt zu lesen.

Die Funktionsleuchten wählen Sie am besten danach aus, ob sie hell, aber ausreichend gedämpft sind. Blendende Helligkeit stört die Lesefreude und strengt die Augen auf Dauer zu sehr an. Lesen Sie eher elektronisch auf E-Readern oder Tablets? Dann ist die Frage nach den Blend-Werten der Beleuchtung besonders wichtig.

Eine Leseecke ist auch gar nicht immer nur zum Lesen da... (Fotos: Europa Möbel-Verbund)

Ablageflächen, Beistelltische und Raumwunder

Wenn für die Ruheinsel genug Platz vorhanden ist, sind Bücherregale natürlich ein „must have“. Die traditionell deckenhohen Bibliotheksregale finden sich in modernen Wohnungen nur noch bedingt. Häufiger eingesetzt werden aber niedrigere offene Regale, die den Sessel einrahmen und Platz für Bücher, Zeitschriften und Erinnerungstücke bieten. 

Wichtig für Eltern: Für Kinder gibt es teils rollbare kleinere Regale, die die Buchcover in voller Fläche präsentieren. Das erleichtert Ihnen und Ihrem Kind die Auswahl des richtigen Bilderbuchs und wirkt trotzdem aufgeräumt.

Steht die Leseecke eher zentral, bieten sich Beistelltische am Sessel an. So finden die aktuellen Bücher, die Lesebrille und die Tasse Tee ihren festen Platz. Zusätzlicher Stauraum entsteht

  • mit Körben oder Kisten, die Kleinteile oder den aktuellen Lesestapel aufnehmen
  • mit Zeitschriftensammlern für einen guten Überblick der liebsten Zeitschriften
  • mit Lehnensammlern und Utensilios, in denen die Lesebrille, der E-Reader und ähnliches sicher aufbewahrt wird

So bleibt die Ruheinsel sowohl strukturiert als auch gemütlich. Ein wohlstrukturiertes Chaos kann natürlich ebenfalls sehr gemütlich wirken. Der Stapel ungelesener Zeitschriften der vergangenen zwei Jahre plus diverse Lesezeichen, Notizzettel und Stifte aber eher nicht.

Teppiche und Textilien

Optisch wird aus dem Lesesessel mit Beistelltisch erst dann eine Insel, wenn Textilien passend eingesetzt werden. Etwa in Form von Teppichen oder (Kunst-)Fellteppichen, die den Ruhebereich auch visuell vom Rest des Zimmers abheben. Bodenkissen können drumherum drapiert eine schöne Ergänzung sein, um das Leseeckchen noch deutlicher hervorzuheben und Familie und Freunde zum Verweilen einzuladen.

Wird es draußen kälter und ungemütlicher, sind kuschelige Decken für den Sessel hilfreich. In manchen Beistelltischen können diese bei Nichtgebrauch ganz bequem verstaut werden, teils bieten ergänzende Hocker eine ordentliche Staufachlösung für gerade nicht gebrauchte Kuscheldecken.

Kissen sind zwar sehr dekorativ, aber vor allem bei schmaleren Polstersesseln sind sie schnell im Weg. Dann landen sie auf dem Boden, statt das Lesevergnügen zu verstärken. 

Fazit

Eine kuschelige Leseecke einzurichten, das erfordert vor allem etwas Raum. Ausreichend Licht und Stauraum dürfen dabei aber auch nicht vergessen werden. Ob Sie dabei auf raumhohe Bücherregale und den klassischen Ohrensessel setzen oder lieber mit Sitzsack vor dem Fenster liegen, spielt dabei keine große Rolle. Es kommt rein darauf an, ob die Leseecke als Ruheinsel ihren Zweck erfüllt – und Sie sich dort so entspannend können, wie Sie es sich wünschen.