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Was ist ein Smart Home und wozu ist es gut?

Es scheint, als würde inzwischen alles „smart“, was nicht bei drei auf den Bäumen ist: Viele haben bereits ein Smartphone (und wollen es nicht mehr missen) und die Zahl der Smart-TVs in den Haushalten nimmt ebenfalls laufend zu.

Das schlaue Zuhause alias Smart Home ist das nächste große Thema und für viele noch neu. Manchen erscheint es vielleicht als Spielerei. Dabei kann es sehr praktisch sein. Drei Anwendungen sind es vor allem, die es interessant machen:

1. Automatisierung

Wer hört, dass man eine Lampe jetzt auch mit dem Smartphone ein- und ausschalten kann, wird das vielleicht erst einmal belächeln. Denn dafür ist der gute, alte Lichtschalter dann doch geeigneter.

Interessant wird es ganz plötzlich, wenn man auf einen Tastendruck hin nicht nur eine Lampe, sondern die gesamte Beleuchtung eines Raumes oder des eigenen Zuhauses umschalten kann. Und nicht nur auf Tastendruck: Auch per Sprachbefehl ist das möglich. Schon können Sie beispielsweise in der Küche von „Flutlicht fürs Kochen“ zu „romantisches Zwielicht fürs Essen“ wechseln – mit einem einzigen Fingertipp. Oder im Wohnzimmer von „Aufräum-Licht“ zu „Kinoabend“. Das wird in den entsprechenden Apps oftmals auch als „Szenen“ oder „Routinen“ bezeichnet.

Und noch besser: Solche Automatisierungen beziehen nicht nur Lampen mit ein, sondern jedes nur denkbare Gerät, das mit dem Smart Home verbunden ist. So können zum Kinoabend beispielsweise gleichzeitig die Jalousien heruntergehen. Oder vor dem Zubettgehen genügt ein Tastendruck um sicherzustellen, dass Haustür und Garage verschlossen sind, die Außenbeleuchtung eingeschaltet ist und die Heizung runtergeregelt wird.

Wer noch weitergehen will, muss nicht einmal mehr den Finger rühren oder einen Sprachbefehl geben. So lässt sich die Außenbeleuchtung beispielsweise mit dem Sonnenunter- und -aufgang umschalten. Oder ein passender Sensor aktiviert automatisch den Luftreiniger. Oder das schlaue Zuhause bemerkt, wenn niemand da ist und regelt die Heizung von allein herunter. Damit nicht genug: Es ist ebenfalls möglich, solche Automatiken auszulösen, sobald Sie das Büro verlassen oder sich dem Haus nähern.

Alle diese Dinge sind ein Komfortgewinn. Sie sind vielleicht nicht zwingend notwendig. Aber sie können die Lebensqualität enorm erhöhen.

2. Sicherheit

Ein weiteres gutes Argument fürs Smart Home ist ein höheres Maß an Sicherheit. So sind beispielsweise Kameras erhältlich, die sich automatisch bei Ihnen melden, wenn sie eine Bewegung feststellen. Diese Kameras können, je nach Modell, außerdem zwischen einem Menschen und einem Haustier unterscheiden – so dass die Hauskatze nicht jedes Mal einen Alarm auslöst, wenn sie allein zu Haus herumstreift. Ähnlich gilt das für Außenkameras, die erkennen, ob sich eine Person oder ein Tier dem Haus nähert oder ob die Bewegung vielleicht nur ein vorbeifahrendes Auto ist. Das ist also deutlich schlauer als ein simpler Bewegungsmelder.

Wird etwas Verdächtiges festgestellt, bekommen Sie eine Nachricht auf das Handy und können sich im Zweifel via Livestream selbst ein Bild von der Situation machen. Ist es dann doch nur der Postbote, der etwas abliefern will, können Sie direkt mit ihm sprechen: Manche dieser Kameras haben sowohl Mikrofon als auch Lautsprecher eingebaut.

Sicherer wird das Smart Home auch dadurch, wenn Sie über die schon beschriebenen Automatiken dafür sorgen, dass z.B. das Garagentor wirklich verschlossen ist. Sie können das zudem jederzeit kontrollieren, auch wenn Sie gerade im Büro sind oder am Strand. Apropos Strand: Sie können im Urlaub spielend leicht den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist, in dem Sie die Lichter von allein an- und ausgehen lassen.

Alles das und einiges mehr ist mit vielen Smart-Home-Systemen möglich.

3. Energie sparen

Und zu guter Letzt kann ein Smart Home dabei helfen, weniger Strom und Gas zu verbrauchen. Ein schlauer Heizungsthermostat reagiert darauf, wie spät es ist, welche Temperaturen draußen herrschen oder in welchen Räumen sich jemand aufhält. Lichter lassen sich leicht ein- und ausschalten, automatisieren oder mit Bewegungsmeldern verknüpfen. Schon wird Licht nur dort genutzt, wo es auch gebraucht wird.

Mit anderen Worten: Was ansonsten mühsam ist oder gern einmal vergessen wird, macht das Smart Home von allein – tagein und tagaus.

Hinzu kommt, dass smarte Leuchtmittel oftmals auf LED-Technik basieren, die besonders sparsam ist. Und in der passenden App dazu können Sie die Lampen sogar noch ganz nach Belieben dimmen.

Ein smarter Thermostat an der Wand oder direkt am Heizkörper ist eine typische Anwendung. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Muss ich dafür nicht Computerprofi sein?

Das Tolle an heutigen Smart-Home-Lösungen ist, dass Sie klein anfangen können. Schon eine schlaue Glühbirne oder ein passender Aufsatz für die Steckdose genügen, um die ersten Erfahrungen zu sammeln. Die Hersteller versuchen dabei, Ihnen das Leben so einfach wie möglich zu machen. Und das gelingt ihnen durchaus.

Ja, Apps muss man schon installieren können. Und ein paar Schritte sind notwendig, um es einmal einzurichten. Aber Sie müssen keine Programmiersprache dafür lernen.

Als Faustregel: Wer mit einem Smartphone zurechtkommt, kommt auch mit einem Smart Home zurecht.

Wir wollen an dieser Stelle nicht verschweigen, dass auch ein Smart Home gelegentlich ein Software-Update benötigt. In der Regel machen die Hersteller das aber so schlau, dass Sie als Nutzer davon gar nichts mitbekommen.

Auch andere typische Computer-Phänomene finden sich beim Smart Home: Zum Beispiel, dass etwas nicht funktioniert, das eigentlich funktionieren sollte. Das passiert gelegentlich, gerade bei komplexeren Installationen mit vielen Geräten und Sensoren.

Und wie bei allen modernen elektronischen Geräten muss auch hier der Punkt Privatsphäre erwähnt werden. Es würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen, das im Detail zu erläutern. Wir werden das in einem eigenen Beitrag behandeln.

Schlusswort

Wenn Sie nun den Schritt in Richtung Smart Home gehen wollen, dann starten Sie idealerweise mit etwas, das Sie sowieso bereits tun. Wir haben oben bereits die Außenbeleuchtung genannt, die sich automatisch ein- und ausschalten kann. Das ist ein Beispiel dafür: Sie würden das sonst jeden Tag manuell machen. Jetzt können Sie es dem Smart Home überlassen.

Einzelne Elemente wie smarte Leuchtmittel oder smarte Steckdosen sind dabei nicht teuer, einfach eingerichtet und können Ihnen einen ersten Eindruck vermitteln. Ausbauen, ergänzen und verbessern lässt sich das System dann immer noch.

Auch sind dafür keine aufwändigen und teuren Installationen notwendig. Viele einfache Smart-Home-Systeme funktionieren per Funk.