Entscheidungshilfe: Brauchen Ihre Möbel Füße?

Entscheidungshilfe: Brauchen Ihre Möbel Füße?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Ihre Möbel eigentlich Füße brauchen? Das klingt auf den ersten Blick ein wenig kurios. Tatsächlich aber stellt sich bei verschiedenen Möbeln durchaus die Frage: Sollen sie mit Beinen oder lieber ohne daherkommen? Wir haben eine kleine Entscheidungshilfe zusammengestellt.

Und dort stellt sich zunächst die Frage: Warum haben eigentliche nahezu alle Möbel Beine, Füße oder Stelzen? Aus der Historie heraus ist es wohl die gedankliche Verbindung zu Tieren, die den ersten Möbelstücken Füße gab. Immerhin ist nahezu alles Tierische um uns herum mit mindestens zwei bis vier Beinen ausgestattet. Außerdem spielt mit hinein: Wer nicht auf dem Boden, sondern erhöht sitzen konnte, der hob sich von anderen ab. Erhöhte Sitzplätze waren ein Statusgewinn – und die Beine an sämtlichen Möbeln haben sich durch verschiedene Einrichtungsstile hindurch erhalten.

Dabei sind sie gelegentlich unpraktisch, vor allem wenn die Füßchen nur minimalen Bodenabstand bedeuten. Denn dann verschwinden Kleinteile ebenso wie Babys geliebter Schnuller oder das Katzenspielzeug nur zu gerne unter Kommoden, Sofas oder Schränken.

Wäre es so gesehen nicht praktischer, Möbel hätten gar keine Beine? Im fernen Osten sind sie schließlich auch nicht so allgegenwärtig wie bei uns in der westlichen Welt.

Sofa mit zierlichen Beinen in eleganter Einrichtung
Zierliche Beine können Möbelstücken eine elegante Leichtigkeit verleihen. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Gute Gründe für Möbelbeine

Zunächst: Möbel auf Füßen, Stelzen oder Beinen wirken luftiger, leichter und eleganter. Selbst schwere Doppelflügelschränke verlieren an optischem Gewicht, wenn sie auf zart wirkenden Beinen balancieren. Besonders in kleinen oder eher vollgestellten Räumen sind Möbelbeine also ein hervorragendes Stilmittel, um die Illusion von Weite zu erzeugen. 

Von modern bis mondän: Verschiedene Einrichtungsstile setzen auf die Wirkung von Möbeln mit Beinen. Im Bohémien Chic, in verschiedenen Retro- und Vintage-Stilen und nicht zu vergessen beim Japandi sind Füße unter Sofas und Kommoden unverzichtbar für das richtige Wohnambiente.

Ganz praktisch gilt auch: Wer eine leistungsstarke Fußbodenheizung hat, möchte eher ungern große Flächen durch Couch, Schrank und Anrichte komplett bedeckt sehen. Denn dann wandert die ganze wunderbare Wärme ins Möbelstück, aber kaum noch in die Raumluft. 

Sind die Beine ausreichend hoch, können Staubsauger, Staubsaugerroboter und Wischer zudem hoffentlich alles wieder entfernen, was sich in der freien Fläche unter Schrank oder Couch so angesammelt hat.

Bei Betten sorgen die Füße zudem für eine optimale Belüftung, die Matratzen sind länger hygienisch vertretbar zu nutzen.

Praktische Ergänzungsfragen, die Sie sich stellen könnten:

  • Ist die Höhe der Möbelbeine so, dass ich wirklich mit Staubsauger und Wischer darunter komme?
    Zu niedrige Möbelbeine machen das regelmäßige gründliche Reinigen schwieriger als es sein müsste.
  • Passt das Möbelstück samt seiner Beinform zu meinem bevorzugten Einrichtungsstil?
    Kurze, plumpe Füße vertragen sich nicht sonderlich gut mit Vintage-Stilen, aber sehr gut mit den modernen, minimalistisch-skandinavischen Einrichtungsformen.
  • Wie gerade ist mein Boden unter dem neuen Einrichtungsgegenstand?
    Das klingt banal, aber gerade in alten Häusern neigen die Hartholzböden dazu, sich im Laufe der Zeit zu senken. Filigrane Kommoden auf schmalen Holzbeinen stehen dann nie zufriedenstellend gerade, sondern neigen zum Wackeln. Andersherum sind in modernen Häusern die Böden in der Regel perfekt eben und ausgeglichen – ideal für jede Art von Möbelfüßen.

Gute Gründe für Möbel ohne Beine

Möbel ohne Füße mit direktem Bodenkontakt wirken schwerer, robuster und stabiler. Denken Sie beispielsweise an eine Truhe oder auch einen Kleiderschrank. Sie wirken vor allem mit reichlich Raum drumherum, in großen und offenen Räumen. 

Ihr großer Vorteil: Unter der Couchlandschaft, der Kommode und dem Schrank sammeln sich weder Staub noch sichtbarer Kleinkram an. Wer grundsätzlich nicht gerne diverse Kleinigkeiten unter dem Sofa hervorangelt, schaut sich bestimmt eher Möbelstücke ohne Füße an.

Direkt auf dem Boden stehen vor allem die schweren, großen Schätze wie Schlafzimmerschränke sicher. Sie können bis zur Belastungsgrenze vollgeräumt werden, ihr Gewicht verteilt sich trotz allem gleichmäßig auf der gesamten Standfläche. Und wer sich gern mit voller Wucht oder Schwung auf Couch, Sessel und Bett wirft, ist sicher ebenso froh über eine breitere Standfläche.

Die fehlenden Füße schonen zugleich empfindliche Böden, die nicht zu stark punktuell belastet werden sollen.

Extra-Tipp: Leichtere Lowboards, Kommoden oder TV-Wände lassen sich wunderbar auch direkt an die Wand montieren. Damit bleibt die luftigere, schwerelose Wirkung erhalten und die Beine sind trotz allem nicht nötig.

Praktische Ergänzungsfragen, die Sie sich stellen könnten:

  • Bin ich bereit, zumindest gelegentlich die Möbelstücke beiseite zu rücken, um auch hinter dem beinlosen Schrank sauber zu machen?
    Ganz praktisch stellt sich diese Frage in Wohnungen, in denen Schimmel auftreten könnte. Massive Möbel werden oftmals platziert und dann nicht wieder beiseite gerückt. Das verhindert aber, rechtzeitig etwas gegen beginnenden Schimmel, Wasserschäden oder auch Staubablagerungen zu unternehmen.
  • Ist die Belüftung ausreichend gesichert?
    Das betrifft vor allem Couchen und Betten. Beide sind aber in der Regel so konzipiert, dass die Matratze auch ohne Beine ausreichend belüftet wird.
  • Passt die stabile und robuste Wirkung der beinlosen Möbel zu meinem Einrichtungsstil?
    Wenige, ausgewählte Möbelstücke ohne Beine lassen sich beinahe zu allen Einrichtungsstilen kombinieren – wenn alle anderen schicke Füße mitbringen. Trotzdem ist die Frage berechtigt. Immerhin dominieren meist gerade die Stücke den Raum, die raumgreifend und robust wirken.

Fazit

Möbelfüße unterstreichen das Wohnambiente, verleihen der Einrichtung eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Trotzdem spricht auch einiges dafür, die Beine beim einen oder anderen Einrichtungsgegenstand ganz bewusst wegzulassen.