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Das perfekte Boxspringbett aussuchen und kaufen

Boxspringbetten sehen nicht nur beeindruckend aus, sie bieten außerdem einen unvergleichlichen Schlafkomfort. Hierzulande waren sie lange Zeit nur in Hotels oder gut betuchten Haushalten zu finden. Das ändert sich zunehmend. Was aber ist ein Boxspringbett eigentlich? Was macht es so besonders? Und wie sucht man es richtig aus? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen in diesem Beitrag!

(Illustration: Europa Möbel-Verbund)

Was ist ein Boxspringbett?

In unseren Breiten besteht ein klassisches Bett normalerweise aus einem Bettkasten, einem Lattenrost und einer Matratze. Boxspringbetten kamen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA auf und waren anfangs praktisch zwei Matratzen übereinander, wobei die untere härter war als die obere. Das hat sich seitdem weiterentwickelt und moderne Versionen bestehen aus drei Teilen:

  1. Ganz unten findet sich ein Kasten mit Federung, der in der Regel auf Füßchen steht, dem eigentlichen „Boxspring“. Er ist auch als Federkernbox, Federrahmen oder Untermatratze bekannt.
  2. Darüber ist die eigentlichen Matratze platziert. Die sollten auf den Federkasten abgestimmt sein, damit die beiden sich ergänzen.
  3. Und ganz oben wird häufig ein „Topper“ ergänzt. Das ist eine Matratzenauflage, die im Grunde eine zusätzliche, dünne Matratze ist. Sie war zunächst vor allem in Skandinavien beliebt.

Wozu so ein Topper gut ist und was ein Boxspringbett so besonders komfortabel macht, erklären wir weiter unten.

Andere Namen für Boxspringbetten

Sie werden bisweilen andere Bezeichnungen finden, die aber im Grunde alle das Gleiche meinen:

  • Springboxbett: Hier hat sich die Bezeichnung umgekehrt.
  • Federkastenbett: Eine eingedeutschte Version.
  • Kastenmatratze: Diese Bezeichnung war lange Zeit als deutsche Version üblich. 
  • Amerikanisches Bett: Weist darauf hin, dass diese Form des Bettes in den USA entstanden und dort natürlich besonders verbreitet ist.
  • Hotelbett: Der Name entstand, weil diese hochwertigen Betten vor allem in Hotels oder auch auf Kreuzfahrtschiffen zu finden waren. Mit anderen Worten: Mit einem Boxspringbett holen sie sich ein Stück Urlaub nach Hause!
  • Skandinavisches Bett: Boxspringbetten sind in skandinavischen Ländern schon länger verbreitet, wie oben erwähnt oftmals inklusive Topper.
  • Bockspringbett: Natürlich haben diese Betten überhaupt nichts mit dem oftmals gefürchteten Turngerät zu tun. Diese Schreibweise entsteht schlicht aus einem missverstandenen „Boxspringbett“.

„Boxspring“ heißt auf Deutsch übrigens schlicht „Sprungfeder“. Es bekam diesen Namen mit Blick auf die Federn im Kasten genannt.

Was macht ein Boxspringbett so besonders?

Ein wesentlicher Vorteil eines Untergestells mit Federn gegenüber einem Lattenrost: Es bietet seine Federung auf der gesamten Liegefläche. Ein Lattenrost liegt hingegen am Rand auf und kann dort weniger federn als in der Mitte.

Die Füßchen unter dem Unterkasten sorgen zugleich für eine gute Belüftung des gesamten Bettes, was sich vor allem im Sommer bemerkbar macht.

Die Höhe des Betts finden viele Menschen angenehm – es ist schlicht einfacher und bequemer.

Der Topper wiederum hat gleich mehrere Aufgaben. Zum einen können Sie damit noch einmal individueller abstimmen, wie hart oder weich sie liegen. Er ergänzt also die Matratze. Außerdem ist er ein Matratzenschoner. Er lässt sich schneller und günstiger austauschen als die gesamte Matratze.

Und natürlich ist der Look eines Boxspringbettes ebenfalls beliebt. Das führt bisweilen dazu, dass Betten zwar das Design nachahmen, dann in Wirklichkeit aber doch wieder auf ein Lattenrost setzen. Schauen Sie hier also genau hin, wenn es Ihnen nicht nur ums Aussehen geht.

(Foto: Europa Möbel-Verbund)

Boxspringbett richtig aussuchen und kaufen

Wie Sie sehen: Bei Boxspringbetten haben Sie die Wahl und können es ganz individuell auf Ihre Wünsche und Bedürfnise abstimmen. Kein Wunder also, dass diese Bettenart zu den meist verkauften Bettsystemen der Welt gehört.

Schauen wir uns jetzt einmal an, was Sie beim Kauf beachten sollten:

Unterkasten/Boxspring

Hier sollten Sie zuerst darauf achten, aus welchem Material die Box gefertigt ist. Bei besonders günstigen Modellen werden Sie hier Spanplatten finden. Vor allem in den tragenden Teilen sollte sie aber besser aus Massivholz bestehen. Dadurch wird das Bett länger halten. Andere Materialien neigen dazu, sich mit der Zeit zu verziehen oder gar einzureißen.

Vollkommen in Ordnung ist es hingegen, wenn für die Unterbau-Abdeckung eine Spanplatte verwendet wird. Denn die hat keine tragende Funktion und somit keinen Einfluss darauf, wie stabil das Bett ist.

Wie weiter oben schon erwähnt: Manche Betten ahmen nur das Design eines Boxspringbettes nach und haben im Kasten dann doch ein Lattenrost. Achten Sie bei der Auswahl darauf.

Matratze

Die Matratze sollte sowohl auf Ihre Bedürfnisse als auch auf den Federkasten abgestimmt sein. Empfohlen werden hier im Allgemeinen Matratzen mit einem Federkern, wie zum Beispiel einer Tonnentaschenfederung. Bei anderen Federungs- oder Matratzenarten könnten Sie schnell das Gefühl bekommen, zu weich zu liegen.

Als Richtschnur gilt bei der Tonnentaschenfederung: Je mehr Federn, desto höher die Stützkraft der Matratze. Dabei sagt die reine Zahl der Federn aber noch nichts darüber aus, wie komfortabel es sich darauf liegt. Andere Elemente wie die Abdeckung spielen hier ebenfalls eine Rolle. Hier gibt es beispielsweise solche aus PU (Polyether) oder Kaltschaum. Vorteil der Kaltschaumabdeckung: Mit ihr kehrt die Matratze schnell in ihre ursprüngliche Form zurück. Das kann den Liegekomfort erhöhen.

Stellt sich noch die Frage, wie hart oder weich die Matratze denn idealerweise sein sollte. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, wie groß und wie schwer Sie sind. Bei einer größeren Person verteilt sich dasselbe Gewicht auf eine größere Fläche. Wer groß und schwer ist, kann deshalb eine Matratze mit einem niedrigeren Härtegrad wählen.

Um das konkreter zu machen, errechnen Sie Ihren Body Mass Index (BMI). Dazu nehmen Sie Ihr Gewicht in kg und teilen es durch das Quadrat Ihrer Körpergröße in Meter. Beispiel: Sie wiegen 80kg und sind 1,80m groß. Dann lautet das Ergebnis: 80 / (1,80×1,80) = 24,7.

Bei einem BMI ab 25 sollten Sie den Härtegrad 3 wählen und bei einem BMI von 30 den höchsten Härtegrad 4.

Topper

Beim Topper haben Sie ebenfalls sehr viel Auswahl. Die gibt es beispielsweise aus Klimalatex, Visko, PUR-Schaum oder Kaltschaum.

Tipp: Wer gerne etwas härter liegt, wählt Kaltschaum. Klimalatex ist hingegen perfekt, wenn Ihnen eine besonders gute Luftzirkulation wichtig ist und Sie außerdem gern etwas weicher liegen. Visco wiederum ist ideal für alle, die unter Rückenproblemen leiden, da es auf Körperwärme reagiert und sich so Ihrer individuellen Körperkontur exakt anpasst.

Federung generell

Sie werden bei Boxspringbetten oftmals Bonellfedern vorfinden. Die sind eine preisgünstige Variante. Der Unterschied zu Tonnentaschenfedern ist: Bonellfedern geben auf der gesamenten Fläche nach, während die Tonnentaschenfedern punktgenau nachgeben. Dadurch sinken genau jene Körperpartien etwas stärker ein, bei denen der meiste Druck entsteht. Die Schultern der das Becken sind hier zwei typische Beispiele. Der Körper wird dadurch in seiner ergonomisch korrekten Lage gehalten.

Deshalb wird empfohlen, zumindest bei der Matratze auf die Tonnentaschenfederung wert zu legen. Wer nicht sehr viel mehr als 80 bis 90kg wiegt, kann beim Boxspring dann wiederum auf Bonellfedern setzen, um etwas Geld zu sparen. 

Schlusswort

Neben diesen technischen Aspekten spielen natürlich auch Dinge wie das Design, das Dekor und der Preis eine Rolle bei Ihrer Auswahl. Schauen Sie sich dazu gern in unseren Ausstellungsräumen um und lassen Sie sich vor Ort beraten. Natürlich können Sie auch probeliegen!