Farbkonzepte: Wohnräume mit Weiß gestalten

Farbkonzepte: Wohnräume mit Weiß gestalten

„Weiß, weiß, weiß sind alle meine Farben – weiß ist alles was ich hab!“ Helle Wohnräume im klassischen Weiß können freundlich und luftig oder kühl und steril wirken. Wir haben das Farbkonzept „Weiß“ genauer unter die Lupe genommen.

In der RAL-Farbtabelle finden sich 14 unterschiedliche Farbtöne für Schwarz und Weiß, gut die Hälfte zeigt abgetönte Varianten von Weiß. 

Klassisch: Ton-in-Ton

Weiße Wände ohne alle Akzente rücken ganz klar die Architektur in den Vordergrund. Große, offene und lichtdurchflutete Räume gewinnen dadurch an Leichtigkeit. In schmalen, engen Altbauzimmern mit kleinen Fenstern dagegen wirken weiße Wände schnell nackt und kalt.

Trotzdem werden kleine und eher dunklere Räume durch insgesamt helle Farben natürlich ebenfalls optisch größer und weiter. Rein weiße Wände sollten Sie sehr gezielt einsetzen.

Zusammen mit ein bis zwei sanft abgetönten Kombinationsfarben lässt sich Weiß in verschiedenen Nuancen wunderbar einsetzen. Je zarter die Farbtöne ausfallen, desto kräftiger dürfen vereinzelte Wohnaccessoires ausfallen. Sie bestimmen dann die Wirkung im Raum maßgeblich mit.

Je nach gewünschter Stimmung eignen sich:

  • knallige Bonbonfarben für Kissen
  • Sofa, Sessel oder Tische in bunten oder dunklen Farben
  • pastellige, aber erkennbar bunte Gardinen und Vorhangstoffe

Lieblingsfarben und geliebte Accessoires sind hier perfekte Impulsgeber.

Tipp: Behalten Sie die Zwei-Drittel-Regel im Auge. Sie besagt, dass gut zwei Drittel eines Raumes beruhigend gestaltet sein sollten.

Das verbleibende Drittel darf dann gern bunt, unruhig beziehungsweise aufregend wirken. Insgesamt bleibt der Raum trotzdem harmonisch, auch wenn bunte Möbel oder sorgsam ausgewählte Accessoires die dominierende Farbe Weiß unterbrechen.

Weiße Kissen, goldene Accessoires im Schlafzimmer
Beispiel für eine elegante Kombination mit Weiß. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Kontrastreich: Schwarz-Weiß

Der Kontrast aus Schwarz und Weiß wirkt dominierend und gleichzeitig klar, elegant und strikt. Helle Böden, Wände und Stoffe im Gegensatz zu vereinzelten dunklen Möbeln wirkt wie ein sehr klares Design-Statement. Ähnlich aufgeräumt und minimalistisch sind dunkle Böden in Kombination mit hellen Wänden und Möbeln.

Ausgefallen wirken Räume, in denen nahezu alles Ton-in-Ton gehalten ist, mit Ausnahme eines Möbelstücks: Das schwarze Klavier im weißen Musikzimmer, die schwarze Essgruppe im mit Weißtönen gestalteten Esszimmer oder der schwarze Marmorblock in der ansonsten hochglanzweißen Küche.

Weiß in speziellen Räumen

Schmale und enge Räume gewinnen an luftiger Höhe, wenn die Decke in einem leicht abgetönten Weiß gestrichen wird. Die Wände sollten dann aber in nochmals leicht dunkleren Weißtönen gehalten sein. Auch pastellige Wände in zartem Blau, Orange oder Gelb öffnen den kleinen Raum optisch.

Harmonischer wirken kleine und eher dunkle Räume, wenn alle baulich absolut notwendigen Elemente wie Türstürze, Heizkörper und ähnliches im Wandfarbton mitgestrichen werden. So kann sich das Auge nicht an einzelnen Punkten festhalten, der Raum selbst wirkt weniger unterbrochen.

Befinden sich störende Elemente im Raum wie tragende Säulen oder eine häufig genutzte Durchgangstür, dann gibt es zwei Möglichkeiten: 

  1. Das Element bewusst dunkel streichen oder mit dunklen Accessoires betonen, um das Auge durch die dunkle Fläche leichter abzulenken.
  2. Das Element in strahlendem Weiß streichen und darauf setzen, dass sich die harmonische Gestaltung des restlichen Raumes durchsetzt.

Sehr große und helle Räume benötigen ähnlich wie dunkle und kleine Räume ein spezielleres Konzept. Damit luftige Räume nicht zu steril und kühl wirken, sollte das Weiß mit warmen Farben abgetönt werden. Rot, Orange und Gelb eignen sich wunderbar, auch helles Grün oder warme Grautöne.

Schlusswort

Weiß ist eine wunderbare Farbe, um Räume in einem leichten, luftigen Stil zu gestalten. Sie unterstreicht minimalistische Designs und den Wunsch nach klaren Strukturen.

Artikelserie „Farbkonzepte“

Dieser Beitrag gehört zu einer Serie, die wir laufend erweitern. Bisher erschienen:

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