Eine offene Gestaltung mit viel Licht und leuchtenden Farben machen aus dieser vergleichbar kleinen Küche einen Hingucker. (Foto: Biella)

Kleine Küche einrichten: Über 30 praktische Tipps und Anregungen

Sie haben nicht viel Platz für Ihre Küche? Auch dann lässt sich viel erreichen, wie wir mit diesen Tipps und Beispielen zeigen. Nur weil der Raum knapp ist, müssen Sie nicht auf Gemütlichkeit und praktische Funktionen verzichten. Im Gegenteil: Smarte Lösungen und gute Ideen sind hier sogar noch wichtiger.

Grundlagen: Bevor es mit der Planung losgeht

Gerade wenn es um eine kleine Küche geht, ist es besonders wichtig, genau auszumessen. Sie wollen hier jeden Zentimeter perfekt nutzen. Lesen Sie ergänzend dazu unsere Tipps für die ersten Schritte zur neuen Küche.

Danach geht es daran, die beste Küchenform und das beste Küchenlayout zu finden. Bei einer langen, schmalen Küche („Schlauch“) ist es eine gute Idee, die Schränke und Geräte auf einer Seite zu platzieren. Das nennt sich dann „Küchenzeile“. Bei einer quadratischen Küche können Sie auch über eine L-Form oder gar U-Form nachdenken. Achten Sie hier darauf, dass die Eckschränke den Platz optimal ausnutzen, beispielsweise durch ein integriertes Karussell für Töpfe und Pfannen. Mehr dazu weiter unten.

Um kleine Küchen geschickt einzurichten, sollten Sie außerdem überlegen: Was muss wirklich in der Küche sein und was kann ich auch andernorts unterbringen? Natürlich ist es schön und praktisch, wenn man alle Küchengeräte und Vorräte an einem Platz hat. Aber seltener genutzte Dinge können vielleicht auch andernorts im eigenen Zuhause untergebracht werden. Moderne Wohnküchenkonzepte lösen die strikte Trennung der Räume sowieso bereits auf.

Denken Sie hier auch darüber nach, was Sie wirklich brauchen und was einfach nur im Weg ist. Über die Jahre sammeln sich viele Gegenstände an, die dann doch nicht so häufig (oder überhaupt nicht) genutzt werden. Die können Sie verkaufen, verschenken oder einem guten Zweck spenden. Schon haben Sie mehr Platz gewonnen.

Und generell gilt: Machen Sie sich klar, was Ihnen besonders wichtig ist. Brauchen Sie viel Arbeitsfläche, weil Sie gern selbst kochen und die Zutaten von Grund auf vorbereiten möchten? Sind Vorratsschränke wichtig? Soll ein spezieller Kühlschrank für die Weinsammlung Platz finden? Je besser Sie Ihre eigenen Prioritäten verstehen, desto leichter fällt die Planung.

Beispiel für eine kompakte Küchenzeile.

Farben und Design

  • Achten Sie auf helle, leuchtende Farben. Die werden Ihrer Küche mehr Leichtigkeit verleihen. Weiß und Pastell oder auch Weiß mit einer knalligen Akzentfarbe sind hier einige gute Ideen. Wir haben noch mehr Tipps dazu, wie Sie geschmackvoll mehr Farbe in die Küche bringen.
  • Glänzende Oberflächen lassen einen Raum größer erscheinen als er ist. Und bedenken Sie, dass Sie in der Küche wahrscheinlich die meiste Schränkfläche pro Quadratmeter haben. Das macht hier also potenziell einen besonders großen Unterschied.
  • Dunklere Unterschränke kombiniert mit einer ansonsten hellen Küche können eine Illusion von mehr Offenheit nach oben erzeugen. Wichtig ist nur „dunklere“ meint nicht „dunkel“, sondern eine Farbabstufung.
  • Geschlossene Oberschränke können in kleinen Räumen massiv wirken. Denken Sie über Glastüren nach oder setzen Sie auf offene Regale. Aber Achtung: Das kann schnell unordentlich wirken. Dazu passt unser Artikel über Geschirrschränke mit vielen Tipps zum perfekten Sortieren, Aufstellen und Präsentieren. Ist Ihnen das zu viel Mühe, sind geschlossene Schränke die bessere Wahl.
  • Die Unterschränke sollten hingegen generell geschlossen sein, weil die Küche ansonsten schnell zu chaotisch, unaufgeräumt oder vollgestopft wirken kann.
  • Grifflose Schränke wirken sauberer, minimaler und sind zugleich platzsparend. Siehe auch unseren Artikel zu Grifflösungen in der Küche.
  • Apropos Minimalismus: Generell wirken kleine Küchen freundlicher, einladender und schlicht größer, wenn Sie nur eine sehr begrenzte Zahl von Geräten und Gegenständen sichtbar aufgestellt haben. Beschränken Sie sich hier lieber auf das, was Sie wirklich brauchen und was Ihnen wirklich gut gefällt. Lesen Sie hier mehr über minimalistisch eingerichtete Küchen…
  • Falls möglich, kann eine offene Küche oder eine Wohnküche eine gute Idee sein. Denn dadurch wird der Platz für die Küche optisch luftiger und größer. Moderne Wohnküchen lassen die Grenzen zwischen Wonzimmer und Küche sogar ganz verschwinden. Behalten Sie hier aber auch die Nachteile offener Küchen im Auge. Sie ist nicht immer die richtige Wahl, denn hier können Sie nicht einfach mal „die Tür zu machen“, wenn das Chaos überhand nimmt …
Helle Farben und eine eher minimalistische Gestaltung werden oft empfohlen.

Mehr Stauraum gewinnen

  • Küchenschränke haben meist eine Tiefe von 60 cm, es gibt Sie aber auch mit 75 cm. Die zusätzliche Tiefe kann einen erheblichen Unterschied ausmachen! Denn nicht nur der Stauraum im Schrank vergrößert sich, auch die Arbeitsfläche oben wächst.
  • Wer nicht viel Fläche hat, sollte den Raum nach oben hin so gut ausnutzen wie möglich. Das bedeutet: Setzen Sie auf möglichst hohe Schränke und nutzen Sie auch die Flächen auf den Schränken als Stauraum – natürlich für Dinge, die Sie nicht laufend brauchen.
  • Falls die Decke hoch genug ist, lässt auch sie sich nutzen. Querstreben oder Hängevorrichtungen können hier zusätzliche Staumöglickeiten schaffen. Das sollte selbstverständlich nicht erdrückend wirken.
  • Auch Wände eignen sich sehr gut für weitere Aufbewahrungsmöglichkeiten. Beliebt sind hier beispielsweise Pegboards, wie man sie ansonsten aus der Werkstatt kennt. Darin lassen sich Werkzeuge flexibel platzieren. Oder Sie bringen für denselben Zweck ein Metallgitter an der Wand an.
  • Selbst kleine Regale, zum Beispiel direkt oberhalb der Arbeitsplatte, können Wunder wirken. Hier lassen sich Kleinigkeiten unterbringen, die dadurch direkt erreichbar sind und zugleich keinen Platz wegnehmen.
  • Eine Alternative zu Regalen sind Hängeleisten. Kombiniert mit Haken können wichtige Kochutensilien daran befestigt werden. Sie machen sich übrigens auch sehr nützlich, um unter der Spüle für Ordnung zu sorgen.
  • Achten Sie bei Schränken darauf, ob Sie eventuell solche mit „Apothekerauszug“ nutzen können. Auf diese Weise wird zum einen das gesamte Volumen des Schranks genutzt und zum anderen sind alle Gegenstände leicht wiederzufinden.
  • Praktisch sind auch Schränke, die ausziehbare Fächer hinter den Türen bieten. Denn auch damit lässt sich das gesamte Volumen besser nutzen und alles bleibt trotzdem sauber voneinander getrennt.
  • Eine Alternative sind Gestelle aus Holz oder Metall, um Gegenstände im Schrank bequem auf mehreren Ebenen zu platzieren. Denn ansonsten wird der Raum nicht optimal ausgenutzt und Dinge sind schwer zu finden.
  • Sehr smart kann es sein, die Innenseiten der Türen als Stauraum für kleine oder flache Gegenstände zu nutzen. Hier lässt sich zum Beispiel ein Gewürzbord anbringen oder eine Halterung für einen Topfdeckel.
  • Selbst im Sockel der Küche lassen sich Schubladen unterbringen! Perfekt für Dinge wie Backofenbleche.
  • Und wer Dachschrägen hat, kann mit maßgefertigten Möbeln noch die letzte Ecke nutzbar machen.
  • Nicht zuletzt können Vorratsbehälter sowie stapelbare Boxen und Kisten Platz einsparen. Sie werden dafür die oftmals sperrigen Verpackungen der Lebensmittel los und haben alles hübsch sortiert.

Lesen Sie ergänzend dazu:

Herausziehen, runterklappen, versenken: Es gibt viele Möglichkeiten, für mehr Stauraum und Arbeitsfläche zu sorgen.

Mehr Platz durch flexible Lösungen

  • Sie können mehr Freiraum gewinnen, in dem Sie die vorhandene Fläche flexibel mehrfach nutzen. Ein Beispiel: Es gibt Vorrichtungen, um die Spüle vorübergehend mit einer Arbeitsplatte abzudecken. Oder eine Kochinsel wird mit Barhockern zum Essplatz.
  • Ein Servierwagen ist kompakt und lässt sich je nach Bedarf verschieben – eine flexible Mini-Kücheninsel.
  • Einen Esstisch gibt es wiederum als Klappversion, der an der Wand befestigt wird. Bisweilen ist das sogar mit einem Schrank kombiniert, in dem Sie das passende Geschirr und andere Utensilien griffbereit unterbringen können.
  • Und falls es richtig beengt zugeht, Sie aber ein Fenster mit schönem Ausblick in der Mini-Küche haben: Dann funktionieren Sie die Fensterbank mit einer kleinen Erweiterung und Barhockern doch zum Sitzplatz um.
  • Statt der klassischen Tür denken Sie einmal über eine Schiebetür oder eine klappbare Tür im Ziehharmonika-Stil nach!
  • Achten Sie bei der Auswahl von Tischen und Stühlen generell darauf, dass sie kompakt sind. Barhocker beispielsweise sind optisch weniger aufdringlich als klassische Küchenstühle und brauchen weniger Platz.
  • Ausgefeilte Küchen-Entwürfe lassen keinen Raum ungenutzt, selbst in der Ecke einer L-Form lässt sich zum Beispiel eine Schublade unterbringen.
  • Beliebt sind in solchen Ecken auch Rondelle, gern mit Beleuchtung. Es gibt hier zudem Modelle, die sich herausziehen lassen, um das Küchenleben leichter und bequemer zu machen.
  • Oder vielleicht ist es möglich, an dieser Stelle die Spüle zu platzieren, die den Platz gut ausnutzt.
  • Ein freistehender Arbeitsbereich lässt sich ebenfalls als Tresen zum Essen und Trinken verwenden.
  • Möglich sind darüber hinaus ausziehbare Arbeitsplatten, die ansonsten im Schrank verschwinden.
  • Und es gibt mobile Unterschränke: Man muss also nicht „hineinkriechen“, um etwas aus der hintersten Ecke zu bekommen. Stattdessen zieht man sie heraus. Das gibt Ihnen zugleich eine zusätzliche Arbeits- oder Ablageflächen auf der Oberseite. Ist alles erledigt, schieben Sie den Schrank wieder zurück und er ist aus dem Weg.
  • Generell gilt: Sie sollten auch in einer kleinen Küche um die 60 Zentimeter Arbeitsfläche parat haben. Bedenken Sie bei der Planung, dass Sie außerdem Platz für Kleingeräte wie Toaster und Wasserkocher brauchen – der geht extra.
Beispiel für eine kleine, moderne Küchenzeile mit interessanten Detaillösungen.

Beleuchtung und Elektrogeräte

  • Verzichten Sie lieber auf große Hängelampen, die erdrückend wirken können. Einbauleuchten und LED-Streifen sind hingegen gute Ideen: Damit können Sie Akzente setzen und die Lampen sind zugleich nicht im Weg. Lesen Sie dazu auch: 7 Beleuchtungsideen für die Küche…
  • Platzsparend sind außerdem kompakte Elektrogeräte. Geschirrspüler & Co. gibt es auch in schmalen Varianten, eigens gemacht für kleine Küchen.
  • Eventuell ist es möglich und sinnvoll, die Herdplatten und den Ofen getrennt voneinander zu halten. Auch das kann Platz sparen oder ihn besser nutzen!

Fazit

Wie Sie hoffentlich sehen, gibt es etliche Möglichkeiten, das Meiste aus einer kleinen Küche herauszuholen. Nur weil Sie wenig Platz haben, müssen Sie deshalb nicht auf Annehmlichkeiten und Komfort verzichten!

  • Bleiben Sie auf dem Laufenden zu unseren hilfreichen und inspirierenden Artikeln und erfahren Sie, wenn wir neue Angebote und Aktionen für Sie haben!

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