Der beste Bezugsstoff für das neue Sofa

Der beste Bezugsstoff für das neue Sofa

Leder, Strukturstoff, Microfaser oder doch lieber Velours: So unterschiedlich Sofas sind, so verschieden sind auch die möglichen Bezugsstoffe. Welcher der Richtige für Ihr neues Lieblingsmöbel ist, hängt ganz stark von persönlichen Vorlieben ab – und davon, was das Sofa tagtäglich aushalten muss. 

Wenn vor dem Sofa-Kauf also Größe, Standort, Farbe und Form bereits entschieden sind, dreht sich beim Bezug die Frage oft nur noch um „Leder oder Stoff“. Danach ist Leder in der Regel pflegeleicht, aber teurer und Stoff eher fleckempfindlich, aber dafür günstiger zu haben. 

Vor der Entscheidung zwischen zwei scheinbaren Gegensätzen sind viele weitere Punkte wichtig: 

  1. Gibt es Kinder im Haushalt beziehungsweise sind langfristig welche eingeplant? 
  2. Gibt es Haustiere? 
  3. Sind viele Menschen zu Besuch beziehungsweise wird das Sofa zum Partymittelpunkt gehören? 

Allein bei diesen drei Fragen zeigt sich schon: Fleckunempfindlichkeit, eine einfache Reinigungsmöglichkeit und ein möglichst belastbares Material dürften hier sinnvoll sein, wenn Sie an jeder Stelle „Ja“ antworten wollen. Glatte und abwischbare Oberflächen wie Leder oder – mit der richtigen Vorgehensweise – Microfaser sind hier ganz weit vorn.

Grob strukturierte Stoffe sind dagegen weniger geeignet, darin verfangen sich sowohl Katzenkrallen als auch Krümel oder Getränkereste.

Tipp: Scheuertouren oder Martindale verrät Ihnen wie strapazierfähig ein Stoff ist. Generell gilt, für regelmäßig verwendete Polster sollte der Bezugstoff mindestens zwischen 15.000 und 25.000 Martindale liegen.

  1. Frieren oder schwitzen Sie leicht? 

Natürliches Leder wirkt oft zunächst kühl, kann sich bei direkter Sonneneinstrahlung aber unangenehm aufheizen. Wer leicht friert, müsste bei der Ledercouch immer an Decken denken.

Steht die Couch im hellen Sonnenlicht, könnte ein temperaturausgleichender, natürlicher Stoff wie Wolle oder Leinen deutlich angenehmer sein, als die edlere Lederausstattung. Zugleich sollten Sie hier berücksichtigen, dass Polstermöbel durch direkte Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen können.

Tipp: Welches Polstermaterial der Sonne am besten trotzt können Sie anhand der Lichtechtheit (1 sehr gering bis 8 sehr gut) herausfinden.

  1. Wie lange soll das Sofa im besten Falle nutzbar bleiben? 

Natürliche Materialien wie Wolle können im Laufe der Zeit „Pilling“ (Knötchenbildung auf Stoffen) aufweisen; Leder dagegen altert mit Charme und gewinnt im Laufe der Jahre noch an Qualität. Feinere Bezugsstoffe wie Seide sind dagegen sehr empfindlich bei Belastung, während Kunstfasern wie Microfaser je nach Standort und Belastung zwar etwas ausbleichen, aber trotzdem intakt bleiben.

Tipp: Wenn Sie keine Pilling-Neigung wünschen, sollten Sie auf Polster mit Pilling-Grad 5 zurückgreifen. Hingegen sagt Grad 1 eine sehr starke Entstehung von Knötchen voraus.

  1. Welchen Stil soll der Bezugsstoff unterstreichen? 

Das Sofa als zentraler Kommunikationsort im Wohnbereich wirkt sich auf den Stil der gesamten Einrichtung aus. Ist alles eher gemütlich-nachlässig dekoriert, wirkt ein kantiges Glattledersofa eher wie ein Störfaktor. Ist der Stil eher clean und wohlstrukturiert? Dann wäre ein durchgesessenes, mit Pilling überzogenes altes Sofa mit Wollbezug ein klarer Stilbruch.

Das kann natürlich beabsichtigt sein (Stichwort: „Stilbruch“), ist es aber nicht in jedem Falle.

Tipp: Wenn Sie sichergehen möchten, dass Ihr neues Designstück nicht auf andere Stoffe abfärbt, können Sie dies anhand der Abriebfestigkeit herausfinden: 1 (färbt ab) bis 5 (sehr abriebfest).

Welcher Stoff besonders gut zu Ihnen passt, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehört Ihr persönlicher Geschmack. Aber es gibt auch mehrere ganz praktische Überlegungen, die eine wichtige Rolle spielen. (Foto: Europa Möbel-Verbund)

Naturmaterialien versus Kunstfasern

Zu den Naturmaterialien zählen Leder, Seide, Wolle, Baumwolle und Leinen in verschiedenen Varianten. 

Die Vorteile von Naturmaterialien: 

  • In der Regel atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend
  • nehmen Gerüche aus der Umgebung gar nicht oder nur gering an
  • angenehmes Gefühl auf der Haut
  • teils leicht zu reinigen (Leder)
  • abhängig von der Qualitätsstufe langlebig und belastbar

Die Nachteile von Naturmaterialien:

  • teils fleckempfindlicher (Seide)
  • ohne weitere Behandlung oder Versiegelung teils Pilling (Wolle, Seide) oder Sitzfalten (Leder)
  • oft teuer in der Anschaffung

Beispiele für Naturfasern und ihre Eigenschaften:

  • Baumwolle: grober Look, strapazierfähig, atmungsaktiv, waschmaschinentauglich, jedoch schmutz- und knitterempfindlich
  • Leinen: grober Look mit leichtem Glanz, atmungsaktiv, hautfreundlich, kühlende Wirkung, jedoch schmutz- und knitterempfindlich
  • Schurwolle: elegant, temperaturregulierend, atmungsaktiv, antibakteriell, schmutzabweisend, jedoch ohne richtig Zusatzbeschichtung flecken- und feuchtigkeitsempfindlich
  • Samt: weiche Haptik, edler Look, als Mischung mit Polyester recht strapazierfähig, jedoch bei starker Beanspruchung relativ schnelle Abnutzung
  • Seide: natürlicher Glanz, temperaturregulierend, allergikerfreundlich, angenehme Haptik, jedoch empfindlich in der Handhabung

Im Bereich der Kunstfasern sind Viskose und Microfaser die bekanntesten Vertreter. Natürlich gibt es auch zig Gemische, die sowohl Kunstfasern als auch natürliche Materialien kombinieren, um langlebige und praktische Sofabezüge herzustellen.

Die Vorteile von Kunstfasern:

  • in der Regel leicht zu reinigen
  • scheuer- und reißfest
  • Farbauswahl auch in sehr intensiven Farben möglich
  • günstiger in der Anschaffung

Die Nachteile von Kunstfasern:

  • Bildung von Sitzspiegeln (Velours)
  • kaum oder schlechte Feuchtigkeitsregulierung/kaum atmungsaktiv
  • im Grunde Kunststoffe, die je nach ökologischer Grundhaltung nicht in jedes Wohnkonzept passen 

Beispiele für Kunstfasern und ihre Eigenschaften:

  • Alcantara (Mikrofaser): in vielen Farben erhältlich, pflegeleicht, allergikerfreundlich, jedoch mögliche statische Aufladung
  • Viskose: wird häufig mit anderen Stoffen gemischt, ökologisch abbaubar, knitterempfindlich
  • Cord: Baumwolle-Synthetik-Gemisch, in feinen oder groben Varianten erhältlich, Bildung von Sitzspiegeln bei starker Nutzung
  • Chenille: Baumwolle-Synthetik-Gemisch im dreidimensionalen groben Fadenlook, pflegeleicht, strapazierfähig, jedoch können sich Fäden lösen
  • Kunstleder: vergleichsweise günstig, pflegeleicht, Waschmaschinentauglich, allerdings schwitzt man schnell an warmen Tagen
  • Polyester: vielfältig verfügbar, extrem strapazierfähig, dafür geringe Atmungsaktivität

Fazit

Wie Sie sehen: Es gibt noch einige Varianten mehr als die klassische Frage „Stoff oder Leder“? Zugleich gibt es keinen klaren Gewinner: Es hängt, wie so oft, ganz von Ihren persönlichen Umständen ab und nicht zuletzt, von Ihrem Geschmack.