Einrichtungsstile: Hygge für maximalen Wohnkomfort

Einrichtungsstile: Hygge für maximalen Wohnkomfort

„Hyggelig“ ist seit einigen Jahren ein stehender Begriff in der deutschen Sprache. Die Bedeutung: gemütlich, wohnlich, einfach rundum geborgen sein. Er lässt uns an flackernde Kerzen, dampfende Teetassen und prasselnde Kaminfeuer denken. Als Einrichtungsstil ist „Hygge“ im Grunde eine Hommage an das nordische Lebensgefühl. Wir zeigen, was es mit diesem Stil auf sich hat.

Zunächst: Hygge ist das norwegische und dänische Wortpendant zu unserer „Gemütlichkeit“. Vor allem anderen ist Hygge damit ein Lebensstil, also eine Art das Leben zu genießen: mit der Familie und guten Freunden, mit gutem Essen und einer heimeligen, kuscheligen Wohnumgebung.

Hygge ist, wo Kerzen leuchten

Die Winter sind lang und dunkel in Skandinavien. Damit hier niemand in Trostlosigkeit verfällt, ist Licht auch im Herbst und Winter von entscheidender Bedeutung. Ein gutes Lichtkonzept ist deshalb unverzichtbar!

Ganz kurz und knapp sind die goldenen Beleuchtungsregeln für eine hyggelige Atmosphäre:

  1. Warm-weiße LEDs mit geringer Wattzahl als Basis für alle Lampen
  2. Deckenlampen und Fluter nur dann nutzen, wenn sie unverzichtbar sind
  3. Lieber auf indirekte Beleuchtung durch Wand- und Standleuchten setzen, die strategisch günstig im Raum verteilt werden
  4. Wann immer möglich: natürliche Lichtquellen wie Kerzen oder Kaminfeuer verwenden und künstliche Lichtquellen ausschalten
Der Hygge-Stil im Wohnzimmer und am Essplatz
Einige Beispiele für Einrichtungen im Hygge-Stil. (Fotos: Europa Möbel-Verbund)

Wand- und Bodengestaltung im Hygge-Stil

In der Regel sind die Wände weiß gestrichen. Das wirkt luftig, frisch und aufgeräumt. Eine gute Ergänzung bieten Pastellfarben wie Rosé, Hellblau, Vanille, Minze. Sparsamer eingesetzt, aber wirkungsvoll sind Akzentfarben wie Blau, Grau, Schwarz, Gelb, Petrol, Azurblau, Rot.

Letztere sind perfekte Blicklenker im ansonsten eher ruhig und schlicht gehaltenen Raum. Sie sollten sie deshalb nur dezent verwenden. Im besten Falle nicht an der Wand, sondern als Teil der weiteren Dekoration mit Bildern, Kissen oder anderen Textilien.

Der Boden in hyggeligen Wohnungen ist – skandinavisch inspiriert – meist ein Holzboden. Wenn Sie nicht gerade schon helle Holzdielenböden verlegt haben, eignet sich auch andere helle Böden, Laminat oder Parket in freundlichen Farben. Lesen Sie in einem Beitrag alles, was Sie zum Thema Fußboden wissen müssen!

Für Küche, Bad und Flure sind häufig schon Fliesen in Planung oder längst verlegt. Hyggelig wird es hier, wenn Sie Teile davon mit hellen oder dezent gemusterten Teppichen auslegen. Insbesondere in der Küche sind Teppiche längst noch kein Standard, sind aber so viel angenehmer für die Füße bei längeren Küchenaufenthalten.

Textilien und Accessoires

Natürliche Materialien ergänzen den Hygge-Stil perfekt. Kunststoff, Eisen oder Edelstahl finden sich dagegen kaum in urgemütlichen Wohnungen.

Textilien sind in der Regel aus Baumwolle, Leinen oder Wolle gefertigt. Typische textile Accessoires sind:

  • gemütliche Kuschelkissen in verschiedenen Größen, teils zart gemustert und teils mit Statement-Bedruckung
  • flauschige Decken auf Couchen und in Leseecken, gern auch im angesagten Grobstrick-Look 
  • weich fallende Vorhänge und Gardinen in hellen Farben

Kerzen, Windlichter, Holzdeko, Steine oder Treibholz als Deko sind perfekt geeignete Accessoires für die Wohn- und Essbereiche. Allerdings dürfen Regale, Kaffeetische oder auch der Esstisch nicht zugestellt wirken. Luftige, frische Ordnung ist essentiell für die nordische Gemütlichkeit.

Für Stauraum sorgen in aller Regel Körbe und Kisten aus Naturmaterialien.

Hygge mit Holzmöbeln

Gemütliche Wohnräume werden mit Holzmöbeln ausgestattet, nicht wahr? Auf jeden Fall trifft das auf hyggelige Zimmer zu. Helle Holzarten wie Esche, Kiefer, Eiche oder Birke oder in weiß gehaltene Oberflächen vermitteln einen weichen, natürlichen und aufgeräumten Look.

Moderne Möbel treten hier oft mit klaren Kanten und einfachen Formen auf, aber für die perfekte Gemütlichkeit ist das gar nicht nötig. Sind gut erhaltene helle Möbel vorhanden, lassen sich auch diese in das Einrichtungskonzept integrieren.

Tipp: Die Bandbreite für gemütlich eingerichtete Wohnräume ist enorm. Entscheidend ist immer, dass die gewählten Möbel zur eigentlichen Nutzung passen und z.B. genug Stauraum bieten.

Hygge in einzelnen Räumen

Gemütlichkeit entsteht in aller Regel dort, wo Menschen zusammenkommen und sich wohl fühlen. Und meist geht das Wohlbefinden auch durch den Magen. 

Zunächst in der Küche und im Essbereich mit Hygge-Attributen zu beginnen, dürfte eine gute Entscheidung sein. Ein Esstisch in hellen Farben, eine strukturierte Küche mit weichem Lichtkonzept und der Möglichkeit, sich spontan zum Brunch oder für eine abendliche Leckerei niederzulassen, lassen Wohnungen ganz schnell komfortabel wirken.

Ergänzen Sie den Wohnraum mit kuscheligen Kissen und ausgewählten, flauschig-weichen Teppichen in hellen Farben. Das gilt auch für das Schlafzimmer, Kissen und Decken sind generell eine gute Idee für eine geborgene Atmosphäre. Lebendige Pflanzen und Trockenpflanzen-Arrangements auf Tischchen und in der Nähe von Lesesesseln, Familienbilder an den Wänden und geschickt platzierte Lichtquellen heben die wohnlich-gemütlichen Aspekte noch stärker heraus.

Simpel, aber effektiv im Badezimmer sind neben weichen Hand- und Badetüchern übrigens Kerzenarrangements und Pflanzen. Eine Badewannenablage aus hellem Holz lädt zum entspannten Beauty-Tag ein. Denn auch das ist Hygge: sich selbst zu verwöhnen und Zeit mit sich selbst zu genießen.

Fazit

Haben wir Ihr Interesse auf mehr Hygge im Alltag geweckt? Mit unseren Inspirationen findet sich bestimmt auch in Ihrer Wohnung bald mehr „Hygge“, sprich Gemütlichkeit wieder.

Schwerpunkt „Bereit für die kalte Jahreszeit!“

Dieser Artikel gehört zu unserem Schwerpunkt rund um ein schönes, gemütliches Zuhause, während es draußen dunkel und kalt ist … Laden Sie alle Beiträge als PDF herunter! Darin:

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