Tapete, Fliese, Putz, Stoff, Holz für die Wände: Was passt zu mir?

Tapete, Fliese, Putz, Stoff, Holz für die Wände: Was passt zu mir?

Farbe oder Tapete: Das sind die typischen Wandgestaltungen. In Küche und Badezimmer kommen noch Fliesen als Option hinzu. Dabei gibt es noch einiges mehr an modernen Varianten, die Ihre Wände verzieren und schützen könnten. Wir haben eine Liste zusammengestellt, die Ihnen bei der Auswahl weiterhilft.

Fliesen

Fliesen sind natürlich die Allrounder in Räumen, in denen die Wände mit Feuchtigkeit, Dampf oder Fettspritzern zu rechnen haben. Ihre Optionenauf einen Blick:

  • unterschiedliche Formate
  • Keramik oder Naturstein

Der große Vorteil: Fliesen sind in aller Regel pflegeleicht, abwaschbar und insgesamt leicht zu reinigen.

Der große Nachteil: Geflieste Wände wirken schnell steril und limitieren den Raum, wenn sie vollflächig vom Boden bis zur Decke eingesetzt werden. Einmal angebracht, bleiben einem Fliesen meist lange erhalten – Stiländerungen sind aufwendiger.

Wandgestaltung mit schlichter Streifentapete
Tapeten lassen sich gezielt zur Wandgestaltung einsetzen. (Foto: Europa Möbel-Verbund)
Interessante Wandgestaltung mit Farben und Mustern. (Foto: Europa Möbel-Verbund)
Ein blaues und ein weißes Wohnzimmer
Zwei weitere Beispiele für interessante Gestaltungen mit Wandbelägen. (Fotos: Europa Möbel-Verbund)

Tapete

Tapeten als Grundlage für die Farb- und Ambientegestaltung in Wohnräumen waren lange Zeit kaum wegzudenken. Tapezieren und anschließend in bunten Farben überstreichen war ebenso beliebte Anwendung wie strukturierte Tapeten, die sich in aufwändigen Mustern über vollständige Wandflächen anbringen ließen.

Inzwischen haben Tapeten eher Kultstatus erreicht und sind Akzentgeber. Einzelne Bahnen oder kontrastreich gestaltete Wände stehen neben Wänden mit anderen Wandbelägen. Varianten auf einen Blick:

  • überstreichbare Tapete („Raufaser), glatt oder strukturiert
  • Struktur- und Mustertapete
  • Fototapeten mit fotorealistischen, vielfältigen Motiven 

Der große Vorteil: Vor allem mit Strukturtapeten lassen sich unregelmäßige Altbauwände kaschieren. Außerdem sind sie deutlich schneller als Fliesen überstrichen oder ausgetauscht.

Der große Nachteil: Tapezieren ist zurecht eine Kunst, die handwerkliches Geschick erfordert, damit die Tapete später in geraden Bahnen an der Wand erscheint. Vor allem Strukturtapeten erfordern einiges an Übung beim Anbringen und Entfernen. Die klassische Raufasertapete erzeugt ein sehr spezifisches Muster, das auch durch mehrmaliges Überstreichen nicht völlig verschwindet.

Putz & Farbe

Moderne Wände sind in der Regel glatt verputzt, sodass sie entweder weiß überstrichen oder im nächsten Schritt mit Tapete, Wandpanelen etc. bedeckt werden könnten. Varianten auf einen Blick:

  • glatter Putz
  • Rollputz
  • Strukturputz

Rollputz lässt sich ähnlich leicht wie Farbe auf die Wand bringen, kann Strukturelemente oder Farbpartikel enthalten – und ist in der Regel dafür gedacht, mehrere Jahre unangetastet zu bleiben.

In Eingangsbereichen oder viel frequentierten Fluren ist Rollputz keine schlechte Lösung, um dauerhaft die Wände zu schmücken. Noch praktischer wäre aber Strukturputz, der relativ pflegeleicht ist.

Der große Vorteil von Roll- und Strukturputz als Wandbelag: Einmal aufbringen, viele Jahre vergessen. 

Der große Nachteil: Wenn Sie Ihre Räume eigentlich gern und regelmäßig farblich verändern, ist Strukturputz nicht unbedingt die ideale Form der Wandgestaltung.

Mit geeignetem Unterputz ist die Wand bereit für Farbe. Klassische Dispersionsfarbe können Sie beliebig oft auf der Wand auftragen, es braucht in der Regel keine Vorbehandlungen – nur ab und zu hilft ein weiß deckender Anstrich, wenn Sie von einer dunklen auf eine hellere Farbe umstreichen wollen.

Der große Vorteil eines reinen Farbanstrichs als Wandbelag ist klar: So bleiben Sie unglaublich variabel und können jederzeit die Wandgestaltung an eine neue Einrichtungsidee anpassen.

Der große Nachteil: Gestrichene Wände sind vergleichsweise empfindlich, vor allem bei kleinen Kindern sind schnell Spuren an ihnen zu entdecken. Wer die Wände nicht mit zusätzlichen Schutzanstrichen versieht, muss also regelmäßig renovieren.

Wandpaneele

In großen Platten oder als schmale Balken bedecken sie die Wand: Paneele gibt es mittlerweile in vielfältigen Dekoren und Varianten:

  • Echtholz
  • Kunststoff
  • Naturstein beziehungsweise Natursteinimitat
  • Glas

Besonders vertraut sind halbhohe Kassettenwände oder Holzpaneele, teilweise auch aus Kunststoff mit Holzoptik. Sie verdecken vor allem unregelmäßige Altbauwände und zaubern einen rustikalen Charme für ein elegantes Landhausambiente.

Etwas seltener sind Wandbeläge aus Stein oder Glas. Beides setzt vor allem im Industrial Chic oder in minimalistisch geprägten Wohnräumen interessante Akzente. Farbige Glaspaneele können Sie beispielsweise mit LED-Leuchten für einen modernen Look ergänzen. Natursteinplatten oder Steindekore erzeugen ein naturnahes, besonders gemütlich wirkendes Wohnambiente.

Der große Vorteil: Durch die Verkleidung wird die Wand dauerhaft abgedeckt. Das ist zugleich auch der große Nachteil: Wandpaneele werden selten wieder entfernt, sondern sind für eine längere Nutzungsdauer gedacht. Die Holzvarianten eignen sich auch eher nicht für Badezimmer- oder Küchenwände. Hat man sich am Naturstein oder der Glasvariante satt gesehen und wünscht sich eine Veränderung, dann ist die Entfernung mit einigem Aufwand verbunden.

Textilbespannung

Textilbespannungen für Wände sind leider völlig aus der Mode gekommen. Wir erwähnen sie trotzdem, denn: Mit zarten bis hin zu festeren Stoffen verkleidete Wände sind schon etwas Besonderes. Meist wirken sie mondän, edel und opulent, insbesondere bei seidig glänzenden Stoffbespannungen.

Der große Vorteil: Das ist ein Wandbelag, den kaum noch jemand sein Eigen nennt. Die Stoffbespannung kann zusätzlich dazu beitragen, dass sehr große Räume ruhiger und heimeliger wirken, indem sie den Schall aufnehmen.

Der große Nachteil: Ähnlich wie Wandpaneele sind Stoffbespannungen etwas Dauerhaftes, das sich nicht sonderlich flexibel auf Stiländerungen in der Einrichtung anpassen lässt. Im Laufe der Zeit können Stoffe durch Sonneneinstrahlung zudem ausbleichen oder staubig werden – die Reinigung ist deshalb doch aufwendiger als bei Wandpaneelen oder beispielsweise Fliesen.

Fazit

Steht beim Hausbau die Auswahl des richtigen Wandbelags an? Oder denken Sie über eine Neustaltung Ihres vorhandenen Zuhauses nach? Dann haben Sie in unserem Beitrag vielleicht eine erste Auswahlhilfe gefunden, um sich für die richtigen Wandbelag zu entscheiden.