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Pflegetipps für Leder- und Stoffsofas

Eine Couch oder Wohnlandschaft soll Ihnen idealerweise über viele Jahre Freude machen. Dazu gehört es, das Obermaterial fachgerecht zu pflegen und im Fall der Fälle zu reinigen. Denn nicht nur durch Haustiere ist ein Sofa jeden Tag besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Vielmehr zeigt sich im Alltag, dass es immer Pflege- und Reinigungsbedarf besteht – so robust das Sofa auch sein mag.

Wie Sie Ihre Couch pflegen und reinigen, hängt natürlich ganz wesentlich vom jeweiligen Material ab. So stellt eine Ledercouch ganz andere Ansprüche als eine Couch mit Stoffbezug.

Im ersten Schritt ist es außerdem wichtig, sich an die Vorgaben des Herstellers zu halten. Denn es gibt zwar einige hilfreiche Tipps aus „Omas Trickkiste“, die wir hier folgend vorstellen und die durchaus effektiv sein können. Sollte der Hersteller jedoch explizit bei seinem Modell davon abraten, dürfen diese natürlich nicht ausprobiert werden!

Eine gute Praxis ist es dabei stets, neue Reinigungs- und Pflegemethoden zuerst an einer unauffälligen Stelle zu testen.

(Foto: Paul Weaver, Unsplash)

Die Ledercouch – elegant und stilsicher

Eine Ledercouch ist ein besonders elegantes Möbelstück, dessen Optik begeistern kann. Doch wie mühsam ist eigentlich ihre Reinigung? Die gute Nachricht: Es braucht in der Regel nicht viel. Wer zudem grobe Verschmutzungen direkt entfernt, erspart sich aufwändigere Grundreinigungen.

Hinweis: Die folgenden Tipps beziehen sich auf Echtleder. Da es zahlreiche unterschiedliche Lederarten gibt, sollten Sie immer auch die Hinweise des Herstellers beachten. Oder fragen Sie gleich beim Kauf!

Tipp Nr. 1: Destilliertes Wasser hilft, Kalkrückstände zu vermeiden

Keine Lust auf Wasserrückstände nach dem Reinigen der Couch? Kein Problem! In diesem Fall sollten Sie sich immer für destilliertes Wasser entscheiden, wenn Sie das Sofa (unter der Nutzung eines Lederlappens) feucht abwischen. Und wir meinen „feucht“ und nicht „nass“. Danach nehmen Sie einen zweiten Lappen, um die Feuchtigkeit aufzunehmen.

Faustregel: Entstauben Sie das Ledersofa wöchentlich mit einem trockenen Tuch und monatlich mit einem feuchten.

Tipp Nr. 2: Spiritus, Kernseife und Co. nur bei bestimmten Lederarten verwenden!

„Härtere Mittel“, wie zum Beispiel Spiritus oder verschiedene Seifenarten, dürfen nur bei bestimmten Ledervarianten zum Einsatz kommen! So lassen sich oft auch stärkere Verschmutzungen auf abwaschbarem Leder mit Seife und auf Anilinleder mit Spiritus entfernen. Mit Experimenten sollten Sie hier jedoch grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Vor allem empfindliche Ledersorten können einen entsprechenden Versuch ansonsten übel nehmen. Generell ist es eine gute Idee, Neutralseife zu nutzen. Mit normaler Seife wird Leder ansonsten zusätzlich ausgetrocknet.

Tipp Nr. 3: Sandpapier (nur bei Wildleder und mit ganz viel Vorsicht!)

Auch bei Sandpapier handelt es sich um ein Hilfsmittel, das definitiv nicht mit allen Lederarten in Kontakt kommen darf. Dennoch: Wer grobe Verschmutzungen aus seiner Wildledercouch entfernen will, sollte sein Vorhaben vorsichtig (!) mit Hilfe von Sandpapier starten. Als Grundregel gilt in diesem Fall, dass der besagte Fleck bzw. die Verunreinigung getrocknet sein muss. Danach können Sie langsam versuchen, ihn mit dem Sandpapier zu entfernen. Reste können dann meist abgesaugt werden. Haben wir schon erwähnt, dass Sie vorsichtig damit sein sollten? Sie sollten vorsichtig damit sein.

Tipp Nr. 4: Imprägnieren (versiegeln)

Wenn Sie ein Ledersofa neu kaufen, wird es oftmals bereits imprägniert sein. Das soll das Material widerstandsfähiger gegen Flecken machen. Vor allem bei Anilin-Leder und Rauleder ist dies hilfreich. Diese Imprägnierung sollten Sie dann regelmäßig wiederholen, denn sie verliert mit der Zeit Ihre Wirkung. Achten Sie bei der Auswahl des Imprägniermittels darauf, dass es sowohl mit Ihrem Reinigungsmittel als auch der Lederart harmoniert!

Tipp Nr. 5: Pflegemilch

Leder trocknet mit der Zeit aus und kann dann brüchig werden. Das wird beschleunigt, wenn es direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist oder in der Nähe eines Heizkörpers steht. Idealerweise sollten Sie das vermeiden. Falls das nicht möglich ist, greifen Sie zu einer Pflegemilch für Leder. Hinweis: Der oft gehörte Tipp, man könne auch eine Bodylotion nutzen, ist leider falsch.

(Foto: Phillip Goldsberry, Unsplash)

Das Stoffsofa – funktional und hip

Das Stoffsofa ist der klassische Gegenspieler des eleganten Ledersofas. Doch wie leicht lässt sich dieses Möbelstück am besten reinigen? 

Tipp Nr. 1: regelmäßig absaugen

Eine Couch aus Stoff scheint oft ganz nebenbei einen Zweitjob als Staubfänger anzunehmen. Um eine lange Lebensdauer und eine ansprechende Optik zu unterstützen, sollten Sie ein solches Sofa regelmäßig (zum Beispiel einmal in der Woche) absaugen. Viele Staubsauger bieten hierzu besondere Aufsätze, mit denen das bequemer geht und besser funktioniert.

Sollte es sich um eine Couch mit Schlaffunktion handeln, ist es darüber hinaus sinnvoll, den entsprechenden Teil des Sofas einmal in der Woche abzuziehen und das Obermaterial zu lüften. So können Sie nicht zuletzt einer Schimmelbildung vorbeugen. 

Tipp Nr. 2: feuchtes Abwischen

Wie mit Hinblick auf die oben erwähnte Ledercouch gilt auch hier, dass feuchtes Abwischen viele Arten von Schmutz entfernen kann. Greifen Sie hierbei auch wieder zu destilliertem bzw. abgekochtem Wasser und nutzen Sie zur Reinigung einen einfachen Lederlappen.  

Tipp Nr. 3: Reinigungsmittel aus dem Handel

Wer stärkere Verschmutzungen auf seinem Sofa entfernen möchte, greift oft zu Reinigern aus dem Handel. Wichtig ist es hierbei natürlich auch, nicht nur die Werbeversprechen zu beachten, sondern sich auch mit den Vorgaben des Herstellers zu befassen. Somit ist gewährleistet, dass einer schonenden und dennoch effektiven Reinigung nichts im Wege steht. 

Reinigen oder neu kaufen?

Es gibt also eine ganze Reihe guter Tipps und hilfreicher Reiniger, um das Leben Ihres Sofas zu verlängern. Nach etlichen Jahren der Nutzung stellt sich natürlich trotzdem bisweilen die Frage, ob sich die Reinigung noch lohnt.

Denn einerseits lässt sich mit den richtigen Hilfsmitteln einiges erreichen. Aber andererseits lässt sich das Altern des Obermaterials damit nicht verhindern. Während gut gepflegte Ledersofas oftmals mit der Zeit sogar noch schöner werden, haben Stoffsofas eine begrenzte Lebensdauer.

Ist dann vielleicht auch noch die Polsterung am Ende, lohnt sich eventuell eher ein Neukauf.

P.S.: Wenn Sie sich noch nicht zwischen den Couchtypen entschieden haben, lesen Sie doch auch unseren Beitrag: „Was ist besser: Ledersofa oder Stoffsofa?“